Eines meiner (und Dreamers) größten Probleme auf Turnieren ist unsere Kopflosigkeit. Reite ich zuhause im Training oder auch auf einem neuen Platz, bin ich ganz bei mir und kann bewusst Reiten, Hilfen geben und mich auf mein Pferd und mich konzentrieren.
Sobald ich aber in eine Prüfung reite, passiert es mir häufig, dass ich an nichts mehr denken kann und irgendwie einfach nicht mehr bei mir bin. In solchen Momenten weiß ich nicht, wo mir der Kopf steht.
Weder denke ich bewusst an den Parcours (wobei dieser sich meist so gut eingeprägt hat, dass ich den Weg auch ohne daran zu denken finde), noch komme ich wirklich dazu, aktiv zu reiten.
Häufig sitze ich nur auf Dreamer, ziehe ab und zu dämlich am Zügel und mache alles ganz anders, als ich es mir vorgenommen hatte.
Ein riesen Fehler ist jedes Mal wieder, dass ich Dreamer einfach zu sehr zurück halte. Das hat zum einen zwar tatsächlich den Grund, dass es oftmals nicht anders geht, solange ich einen Funken Kontrolle behalten möchte.
Der andere Auslöser dafür ist, dass es sich auf Dreamer jedes Mal extrem schnell anfühlt, viel schneller, als es in Wirklichkeit ist. Jedes Mal nehme ich mir erneut vor, ihn mehr galoppieren zu lassen, während der Prüfung fehlt mir dazu aber einfach der Kopf und ich vergesse es schlicht und einfach. Man könnte es fast als eine Art Schockzustand beschreiben, in dem ich meine Fehler mitbekomme und auch wüsste, was ich dagegen machen muss – ändern kann ich es aber in dem Moment nicht.
Bisher habe ich noch kein Mittel dagegen gefunden. Vor einem Turnier bin ich meist sehr aufgeregt, sobald ich im Parcours bin und die Klingel zum Start ertönt, fällt aber alles von mir ab und ich bekomme absolut nichts mehr von meiner Außenwelt mit, genauso fällt auch die Aufregung von mir ab.
Vielleicht fehlt mir einfach noch die Routine und die Selbstverständlichkeit, denn ich hoffe sehr, dass diese Kopflosigkeit mit der Zeit einfach vergehen wird!
Mit Dreamer hatte ich zu Beginn ein geniales und braves, sehr zuverlässiges Einstiegspferd – das hat sich nach unserem Unfall stark geändert und seitdem ist er nun mal leider das Gegenteil von einfach.
Umso wichtiger wäre es für mich nun aber, aktiv reiten zu können und bei mir zu bleiben…