Zuerst einmal wünsche ich euch allen noch ein frohes neues Jahr!

Auch bei mir stehen ein paar Vorsätze an. Unser Jahr 2016 verlief insgesamt betrachtet sehr gut.
Es gab für mich persönlich große Erfolge, aber auch schwere Momente und viele Niederlagen. Dennoch haben wir das Jahr gut überstanden. Auch ein neues Pferd (Bulgari) ist gerade mal zwei Jahre nach Dreamer bei uns eingezogen, was eine Überraschung war und womit ich niemals gerechnet hätte.

Was erhoffe ich mir vom Jahr 2017?
Ich erwarte von mir selbst, in dieser Saison endlich ein besseres Auge zu entwickeln. Bei uns klappt das einfach nicht hundertprotzentig, obwohl es langsam wirklich besser wird und eigentlich nur auf Dreamer ein wirklich großes Problem ist, da ich bei anderen Pferden komischerweise ein besseres Auge habe.
2017 werde ich vermutlich die letzte Saison auf E und A Niveau reiten, so oft wie möglich aber auch A** Prüfungen nennen um auf höhere Prüfungen vorbereitet zu werden. Geplant sind fast jedes Wochenende Turniere, auch wieder mindestens zwei über meherere Tage in Kreuth und natürlich in Kirchstockach.

Ebenfalls ein äußerst wichtiger Punkt: Die Triplebarre muss geübt werden bis wir da sicher sind, nicht nur auf E Niveau. Es muss im Training bei uns gut sitzen, um uns auch in einer Prüfung Sicherheit zu geben. Vor den Turnieren und während Pausen nehme ich mir vermehrt Gymnastikreihen vor und werde abgesehen davon zuhause fast gar nicht springen. Ich denke ich darf wieder auf ein paar Platzierungen hoffen, möchte unsere Leistung aber konstanter halten – dass wir nicht an einem Tag kaum oder gar nicht durch den Parcours kommen und am nächsten Tag den 2. Platz machen – oder anders herum. In diesem Jahr war es immer ein Glücksspiel – Dreamer war seit dem Unfall unberechenbar und wir wussten nie, ob sich der Turniertag lohnen würde, oder nicht. Häufig war (bzw. ist) er kopflos und in dem Fall kann man eigentlich nach dem ersten Sprung abbrechen und nach Hause fahren, weil es einfach nichts bringt und sowohl ihn als auch mich unglaublich stresst.
Wie genau ich das hinbekomme, weiß ich noch nicht. Im Training haben wir dieses Problem nie, lediglich bei den Prüfungen. Mit der Routine sollte sich das aber legen, da ich ihm alle Zeit der Welt lassen kann und werde. Mit Sporen und eventuell auch einem anderen Gebiss hätte sich dieses Problem sicher erledigt, so wie viele Menschen es bei Problemen machen, doch dass so etwas das wirkliche Problem verbessert, bezweifle ich. Dreamer darf verweigern, er darf mir zeigen, wenn etwas nicht passt. Und wenn er Angst hat oder nur panisch durch den Parcours rennt, versuche ich nach einem gut gelungenen Sprung immer abzubrechen.
Verständnis dafür haben die Wenigsten, aber uns kann das egal sein.

Mit Bulgari habe ich eigentlich relativ klare Pläne, es wird sich aber noch heraus stellen, ob ich diese durchsetzen kann. Der kleine sieht noch aus wie ein Baby und verhält sich auch so. Wenn er auch nächstes Jahr noch so zierlich ist, stelle ich meine Pläne selbstverständlich um. Derzeit habe ich mir aber vorgenommen, ab Juli oder August mal ein paar Springwettbewerbe oder niedrige E Stilspringen mit ihm zu reiten. Kirchstockach wäre hier auf jeden Fall wieder denkbar, da dort fair gebaut wird und dieses Jahr auch relativ niedrig (zumindest das E). Kreuth könnte im Sommer auch gut sein. Ein oder zwei kleine Turniere werden wir sicher reiten, damit wir auch dort schon einmal etwas zusammen finden und uns gemeinsam an die Athmosphäre gewöhnen. Ansonsten übe ich mit ihm  normal Dressur zuhause und ab und zu kleine Hindernisse, bis er sich etwas mehr im Tempo zurück nehmen lässt und auch die Wendungen ein wenig kleiner werden können. Sobald das klappt übe ich auch mit ihm vermehrt Springreihen. Ich habe nicht vor, ihn oft zu springen – auch über dieses Jahr werden wir nicht öfter als 3-4 Mal pro Woche trainieren. Unsere Ziele in der Dressur: eine ordentliche Anlehnung bekommen, reelles über den Rücken schwingen, den Galopp länger halten können.
Es sind keine schwierigen Lektionen, sondern die grundlegenden Elemente der Ausbildung, welche wir erarbeiten müssen.

Dreamer sollte langsam ebenfalls konstanter in der Anlehnung werden und das dürfte sich über das nächste Jahr auf jeden Fall so entwickeln. Ich gebe meinen Pferden sehr viel Zeit, so viel sie brauchen. Durch seine Unfälle und dadurch entstandenen Blockaden und Hüftprobleme braucht Dreamer länger, als andere.
Zusätzlich möchte ich mit ihm die Piaffe üben und Passage festigen – auch mit den Galopp Pirouetten und Traversalen werden wir nächstes Jahr intensiver beginnen.

Was außerdem noch Ende des Jahres ansteht: Das Goldene Reitabzeichen. Nachdem das Silberne springspezifisch soweit kein Problem war (ich werde euch noch darüber berichten!) möchte ich nach Weihnachten wieder nach Mainburg fahren und das Ganze sozusagen zu Ende bringen und auch das letzte Abzeichen noch machen. Weshalb und warum (ich werde damit sicher nicht gleich LK3 beantragen und Dreamer durch ein S Springen jagen) werdet ihr in dem Post darüber erfahren.

Richtige Vorsätze für mein ’normales‘ pferdefreies Leben habe ich mir also nicht vorgenommen, da das selten klappt. Ich spreche also lieber von Plänen als von Vorsätzen.
Trotz allem bin ich gespannt auf dieses Jahr und freue mich schon sehr darauf, mich auch 2017 wieder neuen Herausforderungen zu stellen!