Zurzeit engagiere ich mich wieder für einige Schlachtpferde, welche dringend Hilfe brauchen. Sowohl Spenden, als auch direkte Aufnahmeplätze werden für mehrere Tinkerfohlen, eine Welsh D Stute und ein Shetty gesucht.
Häufig bieten Menschen mit eigenen Ställen ihre Hilfe an, haben kurzfristig jedoch nicht genug Geld zusammen, um die Auslöse bezahlen zu können.

Schon mehrmals habe ich mich nun damit befasst und versucht, so gut wie möglich bei der Vermittlung zu helfen. Mit meinen bald 12.000 Followern auf Instagram ist eine gute Basis geschaffen und eine gewisse Reichweite vorhanden – wieso also diese Reichweite nicht dazu nutzen, um Gutes zu tun und Pferden in Not zu helfen?
Generell verstehe ich nicht, wieso scheinbar so wenig bekannte Menschen (im Gegensatz zu denen ich einen wintzigen Account habe!) sich engagieren. Mit einem einzigen Post wäre da schon viel geholfen…
Nachdem ich zum ersten Mal, im Januar 2017, bei der Vermittlung von zwei Schlachtpferden aus Deutschland helfen konnte, lässt es mich nicht mehr los. Zu beiden Besitzerinnen habe ich nach wie vor Kontakt, bekomme auf Instagram häufig Fotos zugeschickt und verfolge natürlich gespannt ihre Entwicklung!
Beide Pferde wurden damals im Endeffekt über meine Instagram Seite vermittelt und das hat mich so unglaublich glücklich gemacht, da ich helfen wollte, wo es nur möglich war.

Wieso nehme ich nicht selbst ein Pferd auf?
Dafür gibt es verschiedene Gründe. Der größte Aspekt ist ein fehlender Platz – unser Stall ist bereits voll und hat weder in der Tinkerherde noch sonst einen weiteren Platz. Wohin also mit dem Pferd?
Abgesehen davon spielen finanzielle Aspekte natürlich auch mit! Der erste Kaufpreis wäre zwar irgendwie machbar, doch wie geht es weiter? Gerade Pferde aus dem Ausland, aber auch aus Deutschland, können Krankheiten haben und vielen Pferden geht es leider genauer betrachtet nicht besonders gut.
Eines der damals geretteten Schlachtpferde musste häufig vom Tierarzt behandelt werden aufgrund verschiedenster Geschichten – wer ein eigenes Pferd hat, weiß, wie teuer auch nur ein einziger Tierarztbesuch werden kann.
Woher soll ich das Geld nehmen? Ich gehe zur Schule und arbeite nebenbei ein wenig, habe aber selbst schon drei eigene Pferde. Die Verantwortung ist enorm groß.
Zwar hatte ich den Plan, eines der Pferde zu kaufen, aufzupäppeln und dann so günstig wie möglich wieder weiterzuverkaufen – doch wie wird dieser Plan realisierbar sein? Man kann nie berechnen, wie lange es dauert, einen Käufer zu finden und wie viel man am Ende vielleicht sogar an Geld verliert (in kleinen Summen keine Tragödie, doch Behandlungen und Futterkosten können schnell mal in den vierstelligen Bereich wandern).
Glaubt mir, diese Entscheidung fällt mir jedes Mal so schwer! Hätte ich auch nur irgendwie die Möglichkeit, zu helfen, würde ich sofort ein Pferd zu mir holen. Schon mehrmals habe ich mich in die Pferde verliebt und war kurz davor, spontan eins zu kaufen. Ein weiteres ‚Problem‘ sind aber meine Eltern – ich bin zwar volljährig, wohne aber noch bei meinen Eltern und habe meine Pferde in unserem Stall hinter dem Haus stehen.
Würde ich einfach mal eben ein weiteres Pferd kaufen, das womöglich Unsummen an Kosten durch den Tierarzt verschlingen könnte, wäre ich buchstäblich tot! Ich denke nicht, dass sie mir das so schnell verzeihen würden, und tatsächlich hält mich diese Angst am meisten von einem Kauf ab.
Das bedeutet nicht, dass ich meine Eltern nicht verstehe oder es unfair finde, nein. Mein Verständnis ist äußerst groß und ich würde es wohl selbst nicht anders machen.
Es macht mich fertig, nur ‚zusehen‘ und hoffen zu können, während die Frist jeden Tag etwas näher rückt und meist bis kurz vor dem Ende eine große Ungewissheit besteht.
Schon oft genug habe ich in der Gruppe gelesen, dass es wieder ein Pferd nicht geschafft hat – und jedes Mal sitze ich dann weinend vor meinem Laptop und habe Schuldgefühle! Der Tod dieser Tiere geht mir so nahe, um so mehr, wenn man versucht hat, für sie zu kämpfen, sich damit beschäftigt hat und es einem Tag und Nacht nicht mehr aus dem Kopf ging.

Die wenigsten Menschen sehen, wie viel Arbeit hinter so einer Vermittlung steckt. Poste ich einen Beitrag zu den Schlachtpferden, erreichen mich teils bis zu 300 private Nachrichten und je nach Aktivität kommt es auch mal zu mindestens genauso vielen Kommentaren unter den Bildern! Neben dem Aussortieren unwichtiger Nachrichten, muss ich auch sämtliche Anfragen bearbeiten und Informationen herausgeben.
Dazu kommt, dass ich ständig in der Gruppe auf dem Laufenden bleiben muss um zu sehen, welches Pferd vermittelt wurde, wie viele Spenden schon eingegangen sind, etc.
Mit einem einzigen Post ist es da lange nicht getan, ich saß schon viele schlaflose Nächte vor meinem Handy, um dem gerecht werden zu können.

Die Ungewissheit, ob ein Pferd es schafft oder nicht, bleibt bis zum Schluss und geht mir unglaublich an die Nerven. In den Phasen einer Vermittlung kann ich kaum mehr ordentlich schlafen, bin den ganzen Tag nervös und mache mir andauernd Gedanken. Der ein oder andere mag das nicht verstehen, aber man muss sich nur einmal die Fotos dieser Tiere ansehen. Die Meisten davon haben noch ein ganzes Leben vor sich! Jeden Tag kämpfe ich innerlich mit mir, mein Herz sagt mir, wenigstens einem dieser Pferde ein Leben zu ermöglichen, denn weiß, dass es richtig wäre! Mein Verstand aber hält bisher dagegen an.
Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie hart das alles für mich ist…
Sollte eines Tages die Möglichkeit bestehen, ein Pferd zu kaufen, ist es das Erste, was ich mache!

Mir ist bewusst, dass man nicht jedes Pferd retten kann. Genau so stimmt es auch, dass der Schlachter noch etwas an den Pferden verdient – aber betrachtet man die ein oder zwei hudnert Euro im Vergleich zu einem Leben… sollte dieses mehr Gewicht haben!
Die Gruppe auf Facebook heißt ‚Last Chance‘ Vermittlungshilfe für Schlachtpferde und Pferde in Not
Sowohl Aufnahmeplätze als auch Spenden (oder bestenfalls die eigenhändige Übernahme, bei der keine Spenden benötigt werden) sind immer gesucht, da es regelmäßig Pferde gibt, die Hilfe benötigen!