Dreamer befindet sich zurzeit im Aufbautraining, da er über den Winter eine komplette Pause hatte. Der Muskelaufbau geht nicht von heute auf morgen und erfordert Geduld.
Verlangt man zu früh zu viel vom Pferd, wirkt sich das eher gegenteilig aus und vermindert den Aufbau von Muskeln.
Nachdem wir in der ersten Zeit mit lockerem Dressurtraining, viel Vorwärts Abwärts und einigen Seitengängen angefangen haben, steigern wir uns nun langsam aber sicher.
Fast täglich beziehe ich nun Stangen in die Arbeit mit ein – wie genau ich das mache, zeige ich euch in diesem Beitrag. Anstatt einem Video mit Erklärung zeige ich euch die Kombinationen der Stangen, welche Abstände ich dafür benutze und was ich genau mit welcher Übung erarbeiten möchte.
Hinter jeder Übung steckt schließlich ein Ziel, das erreicht werden soll!

pferd stangen springen
Hier seht ihr den derzeitigen Aufbau unserer Stangen.
Ganz unten lediglich zwei weiter auseinander liegende Trabstangen, auf dem verkleinerten Zirkel zwei sehr weit auseinander liegende Stangen.
Links oben seht ihr drei Trabstangen, welche auch einen etwas größeren Abstand haben und rechts oben (wir nennen es mal Podestecke) ein Kreuz mit jeweils einer vor- und nachliegenden Stange.


Um den Platz und die Linien besser einschätzen zu können, nun noch mal von einer anderen Perspektive. Vorhin stand ich am Ausgang.
Diese Trabstangen liegen je 1,60 m auseinander. Trabstangen unterstützen gerade Dreamer dabei, einen ordentlichen Takt zu halten. Aufgrund des Unfalles am Abreiteplatz (welcher von vielen tatsächlich stark unterschätzt wird) hat er noch heute eine deutliche Taktunreinheit im Trab, welche vermutlich nicht mehr komplett weggehen wird. Grund dafür ist zum einen das Schmerzgedächtnis, zum anderen noch vorhandene Blockaden. Über den Stangen muss er seine Beine gleichmäßig heben und die Abstände einhalten. Abgesehen davon trainieren Trabstangen, wenn sie richtig geritten werden, die Rückenmuskulatur, Bauchmuskulatur und natürlich die Hinterhand.
An diese Trabstangen reite ich meist in einem etwas gesetzterem Tempo hin, Dreamer läuft dabei in einer lockeren Anlehnung. Über den Stangen trabe ich leicht, entlaste ein wenig und achte darauf, dass Dreamer sich nicht mit dem Rücken und Kopf wegdrückt, was aber die ersten Male schon mal passieren kann. Er soll wie normal mit einer guten Rückentätigkeit über die Stangen traben und sich bestenfalls dabei noch ein wenig nach vorne dehnen.


In der Mitte ein Kreuz, vor und nach dem Kreuz mit knapp etwas über 2 m je eine Bodenstange.
Hier reite ich die ersten Male immer im Trab drüber, achte auch dabei dass er mir locker und in einem eher gesetzten Tempo hintrabt. Über das Kreuz folgt dann ein kleiner Sprung und die relativ knapp hinterliegende Stange macht ihn schneller in seiner Bewegung.
Dreamer hat einen eher langsamen Bewegungsablauf, weshalb er lernen soll, ein wenig schneller und aktiver zu sein und vorallem auch energischer abzuspringen.
Auf der linken Hand geritten stellt diese Übung eine gewisse Herausforderung dar, im richtigen Galopp aufzukommen. Hier ist es schwieriger, ihn ordentlich zu beeinflussen, als über einem Einzelsprung.
Da die drei Elemente auf einer leeicht gebogenen Linie liegen, fördert es gleichzeitig auch die Biegung und Beweglichkeit.
Nach einigen Durchläufen im Trab, reite ich dann auch im Galopp darüber. Wichtig ist mir dabei, dass Dreamer seinen Galopp aktiv verkürzt, also nicht langsamer wird, sondern nur kürzer und schnell bleibt in seiner Bewegung. Während das rechts gut funktioniert, bleibt es links (vorallem mit der zusätzlichen Biegung) noch eine kleine Herausforderung.
Eine weitere Übung welche ich gerne reite ist, nach diesem Sprung direkt wieder zum Trab durchzuparieren (mit einem ordentlichen Übergang) und dann unten am Ausgang über die beiden Trabstangen zu reiten. Danach wieder ordentlich im Trab über das Kreuz, und so weiter.
Zwar klingt das relativ unspektakulär, aber es macht Dreamer aufmerksamer und schult auch seine Reaktion nach dem Sprung. Wieder ist es hier links deutlich schwieriger, weshalb ich die Linie zu den Trabstangen etwas weiter gelegt habe. Während ich rechts gut und sehr fein zu ihm durchkomme, wehrt er sich auf der linken Hand immer ein wenig gegen die Hilfen.


Eine weitere Schwierigkeit auf der linken Hand: Wie man sieht, steht rechts oben das Podest. Reite ich aus dieser Perspektive hier an, macht Dreamer ständig ein Drama wegen seiner schlimmen Ecke. Dabei spannt er sich an, wird klemmig und fest – meistens lege ich an dieser Stelle hier dann eine Volte ein um ihn etwas lockerer zu bekommen und im Rhythmus zu behalten.

pferd stangen springen
Die beiden weiter auseinander liegenden rot-weißen Stangen am Zirkel haben einen Abstand von etwa 7,20 m. Meist reite ich am unteren Zirkel (also dort, wo ich stehe) darüber und übe dabei, den Rhythmus zu behalten und Dreamer aktiver in der Hinterhand und versammelter zu reiten.
Zwischen den Stangen reite ich zwei Galoppsprünge und kann dabei mein Auge schulen, aber auch lernen, die Länge des Galoppsprunges zu beeinflussen.
Gelegentlich reite ich auch mal näher an die Stangen oder lasse ihn etwas früher abspringen, um die richtige Reaktion darauf zu erarbeiten und ihn aufmerksamer zu machen, so dass er am Punkt reagiert, da mir je nach Absprungspunkt eigentlich nur ein Galoppsprung Zeit bleibt, um ihn entweder leicht zurückzunehmen oder den Galopp zu vergrößern.


Die beiden Trabstangen am Ausgang haben einen stolzen Abstand von 2 m (für den Trab), und ich gestehe, dass ich das komplett unterschätzt habe und es kaum glauben konnte, da ich eher mit etwa 1,50 m gerechnet hatte.
Generell stelle ich sowas immer nach Gefühl ein und teste mich natürlich langsam ran, mit 2m hatte Dreamer jedoch überhaupt kein Problem und musste seine Beine nur etwas weiter heben.
Auch bei einem recht weiten Abstand achte ich darauf, ihn in verschiedensten Tempi zu reiten, grundsätzlich versammle ich ihn aber eher etwas.
Auch in Dehnungshaltung trabe ich Dreamer gelegentlich über die Stangen. Gerade bei einem etwas weiteren Abstand ist es wichtig das Pferd so zu reiten, dass es den Rücken nicht wegdrückt.

Übungen und einzelne Elemente verbinde ich gerne und schule dabei die Reaktionsfähigkeit, die Bereitschaft sich zu versammeln oder auch mal zu verstärken.
Diese „Übungsreihen“ stehen nun schon seit einer Weile am Platz, sobald wir den Wiesenplatz wieder in Benutzung haben verlegen wir die Stangen darauf und bauen neue spezielle Übungen auf, welche man sinnvoll kombinieren kann.
Besonders gut gefällt mir aber die Übung mit dem Kreuz und den näher angelegten Bodenstangen. Sobald wir das auch auf der linken Hand besser hinbekommen, wird daraus eine kleine Reihe mit Cavaletti aufgebaut, um seinen Bewegungsablauf schneller zu machen.