Bereits in meinem letzten Beitrage habe ich euch von unseren Problemen im Gelände erzählt.
Es ist mir nicht wichtig, ‚perfekt‘ zu erscheinen. Jeder, der mich kennt, weiß das auch.
Ich möchte ehrlich sein und nichts vorspielen müssen, nur weil ich vor der Kamera bin oder weil ich ja einen Teil meines Lebens öffentlich gemacht habe.
Bisher muss ich sagen, dass dadurch auch hauptsächlich gute Rückmeldungen kamen – überall im Internet sieht man perfekte Pferde, perfekte Reiter, Traumpaare ohne Probleme – übertrieben gesagt.
Für Fotos und Videos wird das Pferd täglich absolut perfekt geputzt, neue Schabracken angezogen, dazu passende Outfits beim Reiter.
Manchmal gestehe ich, macht mir das selbst auch Spaß – doch ist es meine Realität, mein Alltag?
Es ist bei weitem nicht immer alles perfekt, doch meiner Ansicht nach übt das Internet und die Sozialen Netzwerke Druck aus, man fühlt sich alleine, wenn Probleme auftreten und nicht alles rund läuft.
Schließlich könnte man schlecht dastehen, wenn andere darüber Bescheid wissen.

So ging es zumindest mir bis vor einer Weile selbst oft genug. Natürlich habe auch ich mir überlegt, wie viel ich von meinem privaten Leben, aber auch von den schlechteren Seiten meines Sportes preisgebe. Wir arbeiten mit Lebewesen zusammen, gelegentliches Scheitern und Misserfolge sind also vorprogrammiert!
Schon öfter wurde mir vorgeworfen, dass ich doch nur von euch hören möchte, wie toll ich bin, wie perfekt ich reite, und wie fantastisch mein Pferd ist. Jedoch ist das wohl das letzte, was ich hören möchte (zwar sind meine Pferde für mich natürlich perfekt, aber das ist das eigene Pferd hoffentlich immer!) – mein Blog ist entstanden, weil ich zum Nachdenken anregen möchte – und es mir einfach Spaß macht!
Was aber, wenn die negativen Bilder – denn auch diese gibt es häufig genug – gegen mich verwendet werden und mich schlecht machen? Sollte man also verschweigen, dass gewisse Probleme vorhanden sind, es einfach überspielen?
Sicher eine elegantere Methode, um negativer Kritik aus dem Weg zu gehen, doch das wäre nicht ich selbst. Und darum geht es doch, oder?
Wieso sollte ich mich verstellen – für Fotos und Videos?
Wenn ich meinen Blog und YouTube so betreibe, wie ich es gerne würde, also mit regelmäßigen Beiträgen befülle, dann ist das doch ein relativ großer Teil meines Lebens. Ihr könnt mich auf Instagram verfolgen, bekommt dort nochmal andere Einblicke in mein Leben, und schließlich zeige ich euch mein tägliches Leben.
Hättet ihr Lust darauf, euch Tag für Tag zu verstellen, nur weil alles perfekt aussehen soll?
Um ganz ehrlich zu sein, das ist mir definitiv zu anstrengend!
Also bleibe ich lieber so, wie ich nun mal bin. Niemand wird gezwungen, meine Beiträge zu lesen oder meine Videos anzusehen, diese Entscheidung liegt bei jedem selbst.

Nun also zurück zum eigentlichen Thema, denn ich schweife schon wieder ab.
In einer schnellebigen Zeit wie der unseren, in der jeder mit seinen eigenen Problemen kämpft und nach außen hin sorgenfrei aussehen möchte, sollten wir als Reiter zusammenhalten, anstatt gegeneinander zu arbeiten und gegeneinander ankämpfen zu wollen. Es gibt so unglaublich viele Differenzen in unserem Sport – ‚Freizeitreiter‘ und Sportreiter, Western- und Englischreiter, so viele Unterschiede können den Sport teilen und tun es meist auch.
Es ist kein schönes Gefühl, sich mit einem Problem alleine zu fühlen – vor allem dann nicht, wenn es eigentlich noch vielen anderen da draußen ähnlich ergeht!
Nachdem mich so viele Kommentare und Nachrichten erreicht haben, in welchen mir von Problemen im Gelände berichtet wurde, ist mir das klar geworden. Wir sind nicht alleine damit – ob es nun Schwierigkeiten mit dem Aussitzen sind, ein durchgehendes Pferd im Gelände, das fehlende Auge für die Distanzen, …
Es ist so erleichternd, mich nicht mehr alleine damit zu fühlen. Vielleicht klingt es verrückt, aber das zu wissen, macht mich wieder ein wenig stärker und gibt mir natürlich noch mehr Mut, dass am Ende alles gut wird und wir alle vor Problemen stehen, an denen wir arbeiten müssen.
Aus meinem Leben würde ich euch gerne mein wirkliches Ich zeigen, euch durch schlechte Tage ebenso mitnehmen, wie durch gute. Nicht nur die gelungenen Trainingseinheiten möchte ich mit euch teilen, sondern viel mehr unsere Schwierigkeiten und wie wir daran arbeiten – nur so lassen sich auch Fortschritte erkennen!
Über eure Nachrichten habe ich mich sehr gefreut, ich finde es schön, offen über Probleme und Fehler reden zu können.

Egal was euch Schwierigkeiten bereitet – zerbricht euch nicht zu sehr den Kopf, lasst euch nicht runterziehen! Es gibt tausende, welchen es ähnlich geht – und tausende, welche diese Probleme schon in den Griff bekommen konnten.