Wer kennt es nicht, dieses leichte Ziehen im Magen, kurz wiederkehrende Gedanken, flüchtig und kaum greifbar. Ein Hauch von Nichts, und doch überkommt einem beim Gedanken ein leichter Schauer.
Es ist Sehnsucht, die uns alle antreibt und zum träumen veranlässt. Doch was ist der Unterschied zwischen einem Traum und Sehnsucht?

Mein Traum (und Ziel) ist es, so verrückt es auch klingt, eines Tages bei Olympia mitzureiten. Wie unerreichbar dieser Traum ist, spielt absolut keine Rolle. Dafür sind Träume doch da, sie geben Hoffnung und machen das Leben erst lebenswert. Träume müssen keine Realität werden, doch sie bauen einen Menschen auf und geben dem Leben einem Sinn.

Sehnsucht hingegen kann so vieles sein und macht eher melancholisch, als dass sie mich glücklich stimmt. Zumindest ist das bei mir so, wenn ich weiß, dass etwas nicht eintreten wird. Sehnsucht ist einerseits ein schönes, andererseits ein bedrückendes Gefühl und wie sie empfunden wird hängt auch davon ab, ob die Sehnsucht eines Tages erfüllt werden kann oder eher nicht. Während mein Traum von Olympia vielleicht für immer nur ein Lebenstraum bleiben wird und ich daran arbeiten werde, so gut wie nur möglich irgendwie dort heran zu kommen – weiß ich, dass meine Sehnsüchte wohl niemals erfüllt werden können. Und trotzdem bleiben sie.
Vor etwas über zwei Jahren waren wir im Sommer in Spanien, so wie wir es jedes Jahr waren. Mit diesem Urlaub in dem jeweils gleichen Hotel verband ich unglaubliche Freude, denn sobald ich an diesem Ort war, ging es mir fantastisch – und das sage ich selten. Es war, als wären alle meine Sorgen plötzlich weg! Ich war einfach nur glücklich wie lange nicht mehr zuvor, das Rauschen des Meeres und der Geruch von Salz hat meine Seele jedes Mal wieder geheilt, nachdem ich teils schwierige Monate hinter mir hatte. Vor etwa zwei Jahren kam es dann so weit, dass ich fast in Spanien geblieben wäre – und das war mein voller Ernst. Natürlich war es irgendwie nur eine Sehnsucht, ein Traum, denn wie wäre sowas mit meinem Leben gemeinsam mit den Pferden schon möglich. Der Gedanke an meine Pferde hat mich davon abgehalten, dort zu bleiben.

Dieses Jahr ist das erste Jahr, in dem wir nicht  nach Spanien fliegen und erst jetzt ist mir bewusst geworden, wie sehr mir das fehlen wird. Es fällt mir so schwer, obwohl es nur ein Ort ist! Ich verbinde unglaublich viele, schöne Erinnerungen mit diesem Land.
Die Freunde, die ich dort gefunden habe, die morgendlichen Ausritte am Strand – dort bin ich zum ersten Mal in meinem Leben sowohl im Sonnenaufgang als auch im Sonnenuntergang am Strand entlang galoppiert und erinnere mich noch genau an das grenzenlose Gefühl der Freiheit, während die Hufe der Pferde durch das Wasser platschten. Die lauen Sommerabende  und der komplett andere Lebensstil.
Spanien war schon immer eines meiner Traumländer und ich kann mir vorstellen, eines Tages – natürlich weit entfernt von heute – dort hin zu ziehen. Und ja, dann werde ich meine Pferde natürlich mitnehmen.
Sie waren das Einzige, was mich damals von der Entscheidung abgehalten hat und sie tun es immer noch, was wäre ich schließlich ohne meine Pferde?
Kennt ihr diese unglaubliche Sehnsucht, unbedingt an einem bestimmten Ort sein zu wollen?
Wie ich diesen Sommer ohne Spanien überstehen soll, weiß ich ehrlich gesagt noch nicht. Vielleicht fliege ich alleine ein paar Tage dort hin, wenn ich genug Geld habe, es würde mir definitiv gut tun.
In Spanien an diesem Ort zu sein ist eine große Sehnsucht von mir, mit meinen Pferden eines Tages in Spanien zu leben wiederum ist einer meiner Träume. Ich weiß nicht, ob er sich jemals erfüllen wird, schon alleine wie ich in diesem Land für meine Pferde aufkommen soll, wüsste ich nicht.
Aber es ist und bleibt ein Traum, welchem ich nach meinem Abitur vielleicht ein Stück näher kommen könnte. Nachdem ich mit der Schule fertig bin möchte ich ein mindestens dreimonatiges Praktikum auf Mallorca machen, wo wir schon letztes Jahr zum Training waren und die Menschen dort gleich wie eine Familie waren. Nach der Schule habe ich die Möglichkeit, gemeinsam mit meinen Pferden meine Zeit dort zu verbringen. Bisher nur ein Traum, denn ich weiß nicht, wie es finanziell aussehen wird und müsste abklären, ob ich meinen Pferden die lange Reise und anderen Strapazen zumuten kann.
Dazu wird es irgendwann, wenn das Thema näher rückt, aber einen extra Beitrag geben.

Nun lasse ich mich noch ein wenig von meiner Sehnsucht in die Irre führen und hoffe, dieses Jahr nach Spanien fliegen zu können, so dass ich dem ein Stück näher komme.