Salveros Fortschritte

21

MARCH, 2020

So spontan wie Salvero zu mir in Beritt gekommen ist, haben wir den Beritt gestern frühzeitig beendet und er ist etwa eine Woche früher wieder nach Hause gegangen als geplant war. Der Grund ist der Corona Virus, welcher aktuell ja vieles durcheinander wirft. Da ab heute eine Ausgangsbegrenzung herrscht und ich vermute, dass eine richtige Ausgangssperre noch folgen wird, wussten wir nicht wie es sonst mit dem Transport aussieht. Wird ein „unnötiger“ Transport noch möglich sein oder muss man dann erst versuchen, das genehmigen zu lassen? 
Wie auch immer – damit wir gar nicht erst irgendwelche Probleme bekommen, haben wir alles vorgezogen. Salvero ist nun also weg und wir sind schon alle ein wenig traurig, da er so ein lieber Kerl war und super in die Herde gepasst hat. 

In diesem Beitrag möchte ich euch von seinen neuen Fortschritten erzählen, wie das Training in der letzten Zeit aussah und wie es nun weitergeht. Auch, mit welchem Ziel er zu uns kam, wird natürlich eine Rolle spielen.

Wenn dein Pferd nein sagt, hast du entweder die Frage falsch gestellt oder die falsche Frage gestellt

Salveros Besitzerin hat mir zwar natürlich gesagt, was ihr wichtig wäre, sie hat es aber so offen formuliert dass absolut kein Druck aufkam – was geht, geht. Was noch nicht geht, schaffen wir danach. Ein Ziel womit ich nichts zu tun hatte war, dass Salvero die Struktur einer Herde besser kennenlernt und versteht, damit es danach hoffentlich in seiner neuen Herde gut klappt. Er sollte am Ende des Beritts körperlich und mental so weit sein, dass man seinem Alter angepasst schon mehr mit ihm arbeiten kann, ohne ihn zu überfordern. Auch das Gelände – insbesondere Autos – spielten eine wichtige Rolle. 

 

In den letzten Wochen hat er riesengroße Fortschritte gemacht – nachdem er gut vorbereitet wurde, funktionierte „plötzlich“ der Galopp unter dem Reiter sehr gut.
Unter mir ist er fast eine ganze Runde im Galopp ganze Bahn gegangen.
Er geht mittlerweile auf dem Platz und im Gelände fleißig vorwärts, was zu Beginn bei ihm unvorstellbar war. Wenn wir einen Seitengang beginnen möchten, stellt er sich schon richtig in Position, da er oft schon weiß was gleich kommen könnte. Auch unter dem Reiter funktioniert Schenkelweichen und Schulterherein schon relativ gut, allerdings natürlich noch zögerlicher und kürzer.
Er hat gelernt, seinen Körper mehr wahrzunehmen und mitzudenken, was gerade für ein Pferd welches auch viel ins Gelände soll, wichtig ist.

In der letzten Zeit habe ich ihn neben der Gymnastizierung durch die Seitengänge viel mit ins Gelände genommen, um ihn an Dörfer, Autos und unebenen Boden zu gewöhnen. Wir waren klettern mit ihm und haben einen 2,5 Stunden langen Ausflug gemacht, bei dem er alles – und ich meine alles – gesehen hat, was man so sehen kann. Klettern spielt für mich draussen eine wichtige Rolle, nicht nur da es extrem gut die Muskulatur trainiert, sondern auch die Körperwahrnehmung verbessert und die Pferde dadurch trittsicher werden.
Zuhause haben wir viel mit Baumstämmen gearbeitet, welche wir jedes Mal anders hingelegt haben so dass er seine Beine gut sortieren musste.

Seine Besitzerin war regelmäßig bei uns, um gemeinsam mit ihm zu arbeiten und zu lernen. Ein wirklich toller Moment war schließlich, als sie zum ersten Mal frei in der Bahn richtig auf ihm galoppiert ist – ohne viel Aufwand, da er mittlerweile schon versteht, was er machen soll. Beide haben große Fortschritte gemacht und werden nun zuhause weiter arbeiten.
In der einen Woche die fehlt – was nicht nach viel klingt, es aber sein kann – wollten wir noch viel mit ihm ins Gelände gehen, auch gemeinsam mit der Besitzerin verschiedene Übungen im Wald machen, damit sie Ideen für sich zuhause bekommt. Stangenarbeit stand noch an, sowie weiter am Galopp zu arbeiten, damit auch rechte Hand unter dem Reiter noch funktioniert. Rechtsgalopp fällt ihm allgemein schwer, aber auch hier bekommt er viel Zeit um den Galopp unter dem Reiter langsam entwickeln zu können. Wie bei so vielen anderen Dingen ist auch für den Rechtsgalopp bei ihm die Vorarbeit viel wichtiger als die Galopparbeit an sich.

Auch mit Traktoren am Platz wollten wir nochmal ganz gezielt arbeiten, da er diese im Gelände doch noch etwas suspekt fand. Außerdem wollte ich noch an der Straße mit Reiter (und jemandem vom Boden aus, um Sicherheit zu gewährleisten) arbeiten – eine Woche kann wirklich viel ausmachen, denn gerade am Anfang vom Beritt sieht man häufig erst langsame und kleine Fortschritte, wohingehen es am Ende dann „plötzlich“ schnell geht und große Sprünge gemacht werden.
Doch auch ohne diese Woche werden die beiden es gut hinbekommen – geplant ist, dass ich nach wie vor unterstütze.
Wie weit das mit Corona aktuell möglich sein wird, werden wir sehen, doch notfalls unterstütze ich auch per Videos welche ich geschickt bekomme. Hier werden wir schon einen Weg finden und die Situation dauert ja hoffentlich nicht ewig an.
Außerdem ist sowohl Salvero als auch seine Besitzerin bestens vorbereitet, um gemeinsam gut weiterarbeiten zu können.

Wie ich immer gerne sage: Fehler dürfen passieren, und sie passieren so oder so. Es gibt wenige Fehler welche man nicht mehr korrigieren kann, und diese müssen sich sonst schon wirklich lange hinziehen oder extra (z.B. Misshandlungen) begangen werden. Insofern sollte man keine Angst davor haben, Fehler zu machen!

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