Reitstunden auf Bulgari

02

Januar 2018

Reitstunden auf meinem jungen und eher schwierigen Bulgari – für jeden, der mich ein wenig besser kennt, klingt das absurd. Abgesehen von Steffi, die ja nicht mehr nur eine normale Reitschülerin ist, lasse ich so gut wie niemanden auf meine Pferde. Zumindest nicht auf die Warmblüter. Denn die zwei sind alles andere als einfach, sind sensibel und können teilweise sehr anstrengend sein.
Bulgair noch dazu ist ein Jungpferd. Viele sehen das wohl anders, da er in diesem Jahr schon 6 wird und wo anders immerhin schon Springpferde M laufen müsste – aber für mich zählt das Alter weniger und wir geben unseren Pferden die Zeit, die sie brauchen.
Das bedeutet auch, er ist auf einem sehr niedrigen Ausbildungsstand. Nicht nur wegen seiner Pause im vorletzten/ letzten Jahr, sondern auch, weil ich ihn extrem schonend und langsam arbeite. Wozu auch in einem Jahr auf L Niveau kommen, wenn man alle Zeit der Welt hat und noch dazu Korrektur anstand?

Ihr habt aber richtig gehört, am Freitag wird eine Reitschülerin erstmals auf Bulgari reiten. Genaueres werde ich zu ihr natürlich nicht sagen, sie ist etwa in Steffis Alter, reitet aber noch nicht so regelmäßig bzw. oft.
Sie durfte schon ein paar Mal auf Dreamer Unterricht nehmen, was äußert gut funktioniert hat. Sie hat einen fantastischen Sitz, der die Pferde nicht stört und eine feine Hand – sowie das richtige Gefühl. Eine perfekte Mischung also, die sehr vielversprechend ist.
Da sie mit Dreamer so gut klar kam und sogar ein wenig auf ihm „springen“ durfte (und ihr wisst vielleicht, was für eine Herausforderung es sein kann, mit ihm auch nur über Stangen zu reiten…), habe ich den Vorschlag gemacht, dass sie doch mal Bulgari reiten könnte.

Für mich ein krasser Gedanke, natürlich hätte ich das nie vorgeschlagen, wenn ich Probleme darin sehen würde! Dennoch bin ich natürlich gespannt. In letzter Zeit hat Bulgari sich toll gemacht und solange er die Tage vorher ordentlich ausgelastet wird und nicht eine Woche stand, sehe ich keine Schwierigkeiten.
Heute hatte er ordentlich Energie und war gar nicht gut drauf, morgen und übermorgen werde ich ihn reiten und am Freitag ist es dann so weit.

Ich werde wohl immer etwas Herzklopfen haben, wenn jemand anders auf meinen Pferden sitzt. Ich weiß auch noch genau, wie aufgeregt ich war, als Steffi Turniere auf Dreamer geritten ist.
Andererseits ist es auch eine gute Gelegenheit, das Pferd mal unter jemand anderem zu sehen.
Für mich war es damals eine wichtige Erfahrung, die ersten Jungpferde zu reiten. Ich weiß gar nicht mehr, welches das erste sehr unerfahrene war, auf dem ich sass. Doch mit der Zeit durfte ich diese Erfahrungen immer öfter machen und finde sowas enorm wichtig.
Mir hat die Arbeit mit so unsicheren Pferden immer wieder aufs Neue gezeigt, dass es nicht selbstverständlich ist, wie wir gut trainierte Pferde arbeiten und wie viel Arbeit eigentlich hinter sowas steckt.

Mit Bulgari kann man selbstverständlich noch nicht wahnsinnig viel machen, noch keine Lektionen reiten und derzeit noch nicht Mal richtig galoppieren. Und doch kann man so unglaublich viel von ihm lernen!
Dazu bietet er viel Anregungen, wie man mit einem Pferd umgehen muss, welches bei zu viel Druck dicht macht und auch Mal gefährlicher werden kann. Diese Phasen hat er zum Glück überwunden, das heißt, bei Druck steigt er nicht mehr oder geht durch so dass man kompletten Kontrollverlust hat. Solche unvorhersehbare Situationen brauchen mehr Erfahrung und da würde ich niemals einen Reitschüler drauf lassen, denn das wäre zu gefährlich.
Aber er hat verstanden, dass man mit Druck auch anders umgehen kann und generell versuchen wir bei der normalen Dressurarbeit ja mit so wenig Druck wie möglich zu arbeiten. Daher bin ich sehr zuversichtlich!

Der ein oder andere frägt sich sicher, wieso ich auf Bulgari Reitstunden gebe – ganz einfach, ich möchte junge Nachwuchstalente fördern soweit es geht und gerade auch dieser Reitschülerin die Möglichkeit bieten, neue Erfahrungen zu machen und auf einem jüngeren Pferd lernen zu können. Denn solche Erfahrungen sind sehr wichtig!
Abgesehen davon kann man nie wissen, wie sich sowas entwickelt. Mit regelmäßigem Unterricht und der somit vermehrten Erfahrung könnte sie sogar irgendwann meine Pferde auch ohne mich reiten, beispielsweise wenn wir Mal im Urlaub sind.
Das ist zwar erstmal nur ein weit entfernter Gedanke, da hier natürlich auch von der Gegenseite Interesse da sein muss, doch vorstellbar ist es defintiv. Verreiten wird sie meine Pferde keinesfalls, dafür macht sie das alles schon viel zu gut und fein.

Für mich bleibt das jedoch eine Ausnahme, denn ich finde, auf gewisse Pferde sollten nicht zu viele Menschen und natürlich nur die richtigen Menschen. Ich möchte also kein „Schulpferd“ aus Bulgari machen, auch wenn er das für diese Reiterin vielleicht wird. Abgesehen von ihr und Steffi (und meiner Mutter, wenn sie mal wieder möchte) darf ihn niemand reiten,denn Bulgari ist Genie und Wahnsinn zugleich auf höchstem Niveau, ein Pferd mit ganz viel Klasse und Potenzial.

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1 Kommentar

  1. Lea

    Ich kann deine Einstellung total nachvollziehen, da es immer eine Frage des Vertrauens ist jemand anderen auf sein Pferd zu lassen. Daher ist es toll, dass du ihr diese einmalige Chance gibst.
    LG

    Antworten

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