Testbericht – Physio Pad von Barefoot

Teresa Sarnow

28. Januar 2018

Los geht’s nun endlich mit meiner Produkttest Reihe zu den verschiedenen Reitpads, die ich testen durfte.
Starten werde ich heute mit dem Physio Pad von Barefoot, schließlich folgen noch das Brockamp Reitpad, sowie von LaBona das Pad Dressage und Purista. Am Ende kommt dann noch ein Beitrag, in welchem ich die Pads miteinander vergleiche und meine Fazits dazu abgebe, denn es gibt natürlich für verschiedene Situationen und Pferde bessere oder schlechtere Pads.

Bei diesem Beitrag handelt es sich nicht um Werbung, das Physio Pad habe ich mir nicht selbst gekauft, sondern von jemandem freundlicherweise privat zur Verfügung gestellt bekommen, um es testen zu können!

 

Das Barefoot Pad lag bei allen Pferden gut auf dem Rücken, ist nicht verrutscht und ist generell sehr dick gepolstert.
Verwendet habe ich es ohne Schabrackt und damit lag es sehr gut! Es hat eine Mikrofaser-Oberfläche, welche eine gute Haftung garantieren soll und ein weniger rutschiges Gefühl als auf dem blanken Pferderücken geben soll.
Auf der Unterseite des Pads befindet sich im hinteren Bereich der Unterseite Schafwolle, welche Haarbruch verhindern soll. Ich persönlich hatte mit sowas noch nie richtige Probleme und kann daher nicht beurteilen, ob es bei uns etwas gebracht hätte.
Ein weiterer positiver Aspekt ist die V-Gurtung, welche keinen punktuellen Druck auf die Wirbelsäule ausübt. Das ist ein für mich extrem wichtiger Punkt, Pads mit Steigbügeln zum Beispiel sind ein absolutes No Go!

Positiv ist die dicke Polsterung wie oben erwähnt mit Sicherheit für ältere Pferde, Pferde mit Rückenproblemen oder einer schwächeren Muskulatur. Das Polster wirkt sehr stabil und somit denke ich, dass die Wirbelsäule gut entlastet wird, habe hierzu aber keine Drucktests oder greifbare Nachweise.
Nachteil der Dicke des Pads ist aber für mich der verminderte Kontakt zum Pferd und das Gefühl, „über“ dem Pferd zu sitzen. Meine Beine kamen weit weg vom Pferd und leider hat es mich auch stark nach hinten gesetzt.
Das war ein großes Problem bei Dreamers Galopp, er hat sehr große Sprünge und mit dem Reitpad konnte ich im Galopp überhaupt nicht mehr sitzen.
Besonders die dicke Polsterung im vorderen Bereich des Pads habe ich hier als störend empfunden, da es mich wie gesagt stark zurück gesetzt hat und meinen Sitz so deutlich unflexibler und schlechter gemacht hat.
Grundsätzlich fände ich das Physio Pad für Dreamers sehr sensiblen und derzeit mangelhaft bemuskelten Rücken ideal, wenn mich der Sitz nicht so stören würde. Abgesehen davon lief er aber sehr gut und locker damit.
Bei Bulgari hatte ich dieses Problem nicht so extrem, allerdings lief er mit dem Pad nicht so gut, wie mit anderen.


Foto: Helmut Weiss
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Für mich persönlich nicht nachvollziehbar ist der Springschnitt des Pads, denn wenn ich ohne Sattel reite, reite ich meist Dressur und kommte in keinen richtigen Springsitz. Leicht vorgeschnitten finde ich sehr gut, jedoch sind die „Pauschen“ wenn man sie hier so nennen kann so dick, dass man sehr weit vom Pferd weg kommt. Das ist für mich wirklich der größte negative Punkt und hier muss man sicher auch unterscheiden, was genau man möchte, was für ein Pferd man hat und wie viel man mit Pad reiten will.
Für mich ist es nicht ausreichend, wenn ich ganz normal und ordentlich Dressur damit reiten möchte – die Hilfen kommen bei mir hierbei nicht ganz präzise durch.

Für mich ist das Pad gut, wenn man ein wenig arbeiten möchte, ein Pferd mit nicht zu langen und großen Bewegungen hat. Das ist meine persönliche Meinung dazu! Ebenso denke ich ist es bestens geeignet für lange Ausritte, bei denen das Pad wirklich gut polstert und den Rücken schont. Wer kürzere Beine hat, dürfte bei der Hilfengebung jedoch wirklich etwas benachteiligt sein, genauso wenn man ein eher sehr breites Pferd hat und dies mit dem Pad dann noch breiter wird.
Ab einem gewissen Punkt ist dann nämlich unsere eigene Bewegungsfreiheit der Hüfte nicht mehr gewährleistet.

 

 

Foto: Helmut Weiss

Foto: Helmut Weiss

Als Fazit kann ich sagen, dass ich persönlich dieses Pad nicht besonders mochte, zumindest nicht für unsere Arbeit.
Die Dicke und Art der Polsterung hat mich sehr gestört und meinen Sitz deutlich negativ beeinträchtigt, was ich sehr schade finde, da es gerade für Dreamer an sich wohl das beste Pad wäre (da sein Rücken immer ein Problempunkt ist). Man muss sich also überlegen, was man damit machen möchte und natürlich auch, ob das Pferd dieses Pad benötigt. Sicher gewöhnt man sich mit der Zeit auch daran oder hat vielleicht ein Pferd, welches ganz anders gebaut ist und bei dem genau diese Sitzform positiv ist.

In den nächsten Tagen werden direkt die drei weiteren Testberichte online gehen und am Ende der Reihe schließt ein generelles Fazit diese ab, in dem ich untereinander alle Pads vergleiche und meine Meinung dazu sage, welches Pad für welches Pferd und welche Arbeit das beste sein könnte.

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1 Kommentar

  1. Lea

    Ich persönlich finde das Pad toll. Ich hab guten Halt und noch genug Kontakt zum Pferd. Aber ich freu mich auch schon auf weitere Teile dieser Reihe und bin gespannt welches Pad du so empfiehlst.

    Antworten

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