Mache ich das Reitabzeichen 1?

Teresa Sarnow

08 August 2019

Das RA1 ist das letzte von zehn Reitabzeichen, welches man durch eine Prüfung erreichen kann. Normalerweise reitet man dabei eine M Dressur und einen M Parcours im Springen, plus natürlich die Theorie.

 

Vor zweieinhalb Jahren habe ich das RA2 springspezifisch erfolgreich bestanden – Anforderung dafür war ein Parcours auf M Niveau (er war allerdings sehr nett gebaut), welchen ich damals mit Future gemacht habe.
Wenn man das Reitabzeichen in nur einer Disziplin machen möchte, reitet man dafür in dieser eine Klasse höher als man es sonst machen müsste. Reite ich also eigentlich eine L Dressur und einen Parcours auf L Höhe, muss ich bei einem spezifischen Abzeichen zum Beispiel einen M Parcours reiten.
Damals wurde ich häufig gefragt, weshalb ich diese Qualifikation nicht einfach über Turniererfolge erreite. Mir geht es bei den Prüfungen nicht darum, direkt in die Klasse M einsteigen zu können. Das macht natürlich wenig Sinn, besonders da ich damals im Training und auf Turnieren auch erst auf A Niveau gesprungen bin. Mein Ziel war es also nie, mich ein paar Stufen  höher eintragen zu lassen ohne dafür die entsprechenden Erfolge zu haben. Wenn es tatsächlich Mal so weit ist, dass ich auf Turnieren eine Klasse höher reiten will, lasse ich mich wie die meisten anderen auch über die Turniererfolge hochstufen.
Mir geht es dabei eher darum, eine Prüfung zu bestehen und vor allem auch, mich weiterzubilden. Der letzte Reitabzeichenkurs war schon wirklich hart, besonders die Theorie für mich. Die Richter sind davon ausgegangen, ich befinde mich im Training bereits auf M Niveau – und haben entsprechend sehr spezifische Fragen zum Springen gestellt. Viele der Fragen beinhalteten auch das theoretische Wissen, wie ich in gewissen Situationen reiterlich handeln muss. Grundsätzlich ja super, doch für jemanden der noch nicht auf der Höhe unterwegs ist und kein Springprofi ist, oft gar nicht so einfach.
Der Kurs war aber super spannend und ich habe es eher als Fortbildung mit abschließender Prüfung gesehen.

 

Nun stellt sich natürlich die Frage: habe ich vor, das RA1 springspezifisch zu machen?
Eine wirklich gute Frage, über die ich erstmal nachdenken musste. Nachdem ich die letzte Prüfung geschafft hatte, wollte ich das RA1 im folgenden Jahr machen. Leider kam ich während der Saison dann kaum zum Springen und sah mich somit nicht der Aufgabe gewachsen – wer noch nie so hoch gesprungen ist und dann die Monate vor dem Kurs kaum springen konnte im Training sollte es vielleicht nicht innerhalb einer Woche „lernen“ wollen.
Schließlich stellte ich mir die Frage spätestens nun, da Future nicht mehr in dem Stall steht, nicht mehr. Mit ihm habe ich fast jedes Reitabzeichen gemeinsam überstanden – und nur weil ich ihm blind vertraut habe und mich auf ihm so wohl gefühlt habe, hab ich überhaupt das RA2 gewagt.
Nun fällt er aber weg und ich hätte erstmal gar kein Pferd, mit dem ich mir das höchste Abzeichen vorstellen könnte.

Dennoch möchte ich es noch absolvieren – vermutlich nicht mehr nur des Lehrgangs wegen, sondern weil ich das Gefühl habe, das nun auch noch „beenden“ zu wollen. Nur noch ein Abzeichen und ich bin fertig – der Gedanke daran fühlt sich wirklich gut an. Komme ich also nächstes Jahr regelmäßig zum Springen und vielleicht auch wieder auf eine andere Höhe als es aktuell der Fall ist, möchte ich das RA1 gegebenenfalls Ende 2020 ins Auge fassen – sofern ich eine passende Reitschule mit einem (für mich) geeigneten Pferd finde. Da macht es wohl dann tatsächlich Sinn, vorab mal hinzufahren und ab und an Springstunden auf dem Pferd zu nehmen. Ich kann mich sehr gut auf andere Pferde einstellen, doch man darf natürlich nicht aus dem Auge lassen dass es eine Prüfungssituation ist (vor der ich immer extrem nervös bin) und es eben um das Springen einer für mich heftigen Höhe geht.
Ich werde dieses Ziel auf jeden Fall mal entspannt im Blick behalten, sehen wie es sich nächstes Jahr entwickelt und vielleicht bin ich dann sogar relativ bald schon durch mit den Reitabzeichen. Dennoch mache ich mir diesbezüglich keinen Druck – wenn es passt, passt es. Wenn nicht, dann nicht. Brauchen tu ich das Abzeichen nicht, aber ich wäre vermutlich schon ein wenig stolz zu sagen, dass ich es nun in den Händen halte – und das sogar ohne Future, den ich bisher immer schon gut vorab kannte und der mich souverän über die Sprünge gebracht hat. 

 

 

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