Endlich war es wieder so weit: Letztes Wochenende hatten wir zwei Tage lang Kurs bei Matthias Einzinger, welcher an der spanischen Hofreitschule gelernt hat. Vor einiger Zeit hat er damit begonnen, sich detailliert mit der Bewegung des Pferdes auseinandergesetzt und diese analysiert. Sein Unterricht ist also nicht mit dem klassischen Reitschulunterricht vergleichbar sondern darauf ausgerichtet, das Pferd in seiner natürlichen Bewegung bestmöglich zu unterstützen.

Eigentlich war geplant, dass sowohl meine Mutter als auch ich pro Tag eine Stunde hatten. Da sie leider krank wurde und nicht mehr reiten konnte, bin ich zwei Pferde am Tag geritten.
Freitag waren Bulgari und Dreamer dran, Samstag nahm ich Amadeus und Dreamer mit. Alleine war ich nicht, mein Vater hat uns gefahren und die Pferde in der Zwischenzeit geführt.

Am ersten Tag ritt ich zuerst Dreamer, da er mehr Zeit zum warm werden benötigt. Von Anfang an haben wir versucht, ihn im Schritt fleißiger zu machen. Ich weiß nicht genau  woran es liegt, aber seitdem es kälter wurde ist sein Schritt extrem langsam und unmotiviert, er reagiert schlecht auf die Schenkelhilfen. Bisher war das nie ein Problem bei uns.
Zu Beginn ließen wir ihn im Schulterherein und Kruppeherein an der langen Seite gehen, anschließend auch auf dem Zirkel und wechselten dann im fließenden Übergang sämtliche Seitengänge ab.

Im Trab arbeiteten wir sehr viel im Aussitzen an den Seitengängen und daran, Dreamer auch am zweiten Hufschlag geradezurichten.  Schließlich versuchten wir auf dem Zirkel und im Anschluss auch auf der langen Seite, eine konstant leichte Stellung und Biegung zu erhalten.
Schwierig war für uns beide an dem Tag, dass er sich in den Seitengängen im Trab leicht an den Zügel heran dehnt. Er war meist ein wenig zu kurz und konnte die Übung somit nicht bestmöglich (locker) ausführen. Mit der Zeit wurde aber auch das etwas besser und er ließ sich schneller fallen, als ich am  äußeren Zügel ein wenig mehr nachgegeben habe.
Pferd Reiten Reisport
Danach war Bulgari dran. Mit ihm arbeite ich zuhause noch nicht viel, zurzeit etwa zwei bis dreimal die Woche. Im Schritt ging es darum, auch ihn in eine leichte Anlehnung zu bringen und ihn schreiten zu lassen, da sein Schritt meist noch verkürzt ist. Traben fiel ihm in der kleinen Halle trotz aller Bemühung sehr schwer. Abwechselnd auf dem Zirkel und der ganzen Bahn versuchten wir, ihn besser ins Gleichgewicht zu bringen und wechselten die Anlehnung immer wieder mit der Dehnungshaltung ab. Auch mit ihm trabte ich auf dem zweiten Hufschlag, damit er lernt, sich nicht an der Bande anzulehnen. Kurz gelang es uns immer wieder, ihn locker über den Rücken zu reiten, bis er sich wieder entziehen wollte.
Beim Linksgalopp gab es große Probleme, bereits nach wenigen Sprüngen hatte er keine Kraft mehr und fiel zurück in den Trab. Der Rechtsgalopp hat tadellos funktioniert.

Am nächsten Tag übten wir mit Dreamer ähnlich wie am Vortag, nur dass wir noch Traversalen im Schritt und Trab dazu nahmen. Im Aussitzen ist es mir nicht leicht gefallen, die Hilfen dort wirklich ordentlich zu geben, dennoch hat er es ordentlich gemacht. Ebenfalls wichtig war, dass wir  in der  Versammlung im Galopp sein Hinterbein schneller und mobiler machen.

Mit meinem Tinker Amadeus bin ich (wie immer) ohne Sattel geritten. Er geht schon seit einer ganzen Weile phasenweise lahm. Da er aber unbedingt arbeiten und etwas tun will, habe ich ihn mitgenommen.
Wir gingen fast ausschließlich ganze Bahn um ihn nicht in engen Wendungen zu überlasten. Dabei ritten wir Schultervor (also die Vorstufe zum Schulterherein) und Kruppeherein. An dem Tag gab es keine Probleme mit der Lahmheit, deshalb übten wir das gleiche auch im Trab und ließen ihn viel dehnen. Nachgeben fiel ihm schwer, was aber nur an seiner langen Pause lag.
Obwohl der kleine auf hohem Niveau ausgebildet ist haben wir mit ihm also mehr oder weniger auf dem Niveau eines 4 Jährigen gearbeitet, dennoch hat es ihm gut getan und uns beiden Spaß gemacht. Es ist einfach ein Unterschied zu jedem anderen Pferd das ich reite – Amadeus ist wohl das einzige Pferd, welches perfekt zu mir passt. Vielleicht, weil wir schon so lange ein Team sind. Mit ihm macht das Reiten einfach wahnsinnig viel Spaß und lässt mich immer wieder lächeln. Auch beim Kurs hat mein Herz ein paar Freudensprünge gemacht.

Wir haben also wieder viel gelernt, eigentlich wie bei jedem Kurs mit Matthias. Ich freue mich schon sehr auf das nächste Mal!
(Leider konnte man in der Halle wegen der Lichtverhältnisse keine Fotos machen)