Hufgelenkentzündung – wie geht es Amadeus?

Teresa Sarnow

22 March 2016

Amadeus ist ein mittlerweile 18 jähriger Tinkerwallach welcher in Deutschland gezüchtet, also nicht wie Keith aus Irland importiert, wurde. Wir beide haben gemeinsam viel erlebt und viel erreicht – wir haben ihn roh bekommen und nach einer Grundausbildung habe ich seine Ausbildung selbst übernommen. Mit der Zeit habe ich von den einfachen Seitengängen bis hin zu Lektionen der hohen Schule alles mit ihm erarbeitet – Piaffe, Traversalen in allen Gangarten, Pirouetten, Levade, sogar die Kapriole haben wir (sowie es einem Tinker möglich ist) angefangen. Bis auf die fliegenden Wechsel, welche wir bereits angefangen haben und die Passage (sowie natürlich noch einige Lektionen über der Erde) haben wir alles gemeinsam geschafft. Letztere Lektionen wären ihm sicher möglich gewesen, aber fielen ihm sehr schwer aufgrund seines doch ziemlich schlechten Gebäudes. Umso mehr kann ich auf ihn stolz sein!

Seit Mai 2018 geht Amadeus lahm und es wurde schließlich eine Hufgelenkentzündung im rechten Huf diagnostiziert. Nachdem er Schmerzmittel mit Entzündungshemmer bekommen hat, haben wir erst einmal nicht mehr unternommen. Das Spritzen ins Gelenk ist immer riskant, ganz besonders bei Tinkern mit Behang und den Hautfalten an den Beinen. Schnellstmöglich haben wir eine mobile Box für ihn gekauft, um ihn von Bulgari zu trennen. Dieser hat ihn ständig herum gejagt, was die Entzündung natürlich nie zur Ruhe hat kommen lassen. Ich persönlich vermute, dass er sich wohl irgendwo vertreten hat beim Laufen und schließlich dieses ständige rumjagen von Bulgari zur Entzündung geführt hat. Genau wissen wir es leider nicht, aber das ist eigentlich die einzig mögliche Erklärung – er wurde die Zeit bevor es entstand nicht ansatzweise überbelastet oder sonstiges, da er gerade wieder langsam antrainiert wurde.
Amadeus steht nun also seit knapp sieben Monaten komplett – darf allerdings ganz normal auf die Koppel. Eine klassische Boxenruhe kam für uns nicht in Frage, da er noch nie länger als fünf Tage in seinem Leben in einer Box stand und wir das wenn es nicht zwingend sein muss auch nicht ändern werden.

Mit der Zeit hat sich nun sein Gelenk mehr und mehr beruhigt, mittlerweile sieht man fast nichs mehr von seiner Lahmheit. Nun darf man aber natürlich nicht den Fehler machen, sofort wieder mit dem Aufbau anzufangen – dem Pferd genug Zeit geben ist enorm wichtig, um vollständig zu heilen. Ich werde ihn auf jeden Fall insgesamt ein Jahr lang stehen lassen, lediglich in der nächsten Zeit wieder etwas mehr Spaziergänge machen. So kann man im Schritt vorsichtig für das Aufbautraining vorbereiten. Fest steht aber, er bekommt alle Zeit der Welt.
Mit Amadeus habe ich keine festen Pläne mehr – diese richten sich einzig und allein nach seinem Gesundheitszustand. Auch werde ich, wenn er wieder normal belastet werden kann, eher nur noch vermehrt vom Boden aus arbeiten. Freiarbeit, Bodenarbeit, Arbeit am langen Zügel bis zur hohen Schule – man kann so vieles dabei machen und es schont ihn, gerade da langsam auch eine leichte Arthrose einsetzt. Wir beide hatten großen Spaß daran, durch die Wälder abgelegen vom Weg zu wandern. Das würde ich gerne wieder mit ihm machen, falls möglich.
Was wir wieder machen können, wird sich mit der Zeit zeigen. Laut Tierarzt wird es vermutlich durchaus möglich sein, ihn wieder normal zu reiten. Ich muss allerdings sagen, dass mir das nicht mehr allzu wichtig ist!
Mit meinen beiden anderen Pferden habe ich die Möglichkeit, vom Sattel aus zu arbeiten. Und auch wenn das nicht wirklich vergleichbar mit Amadeus ist – für mich ist es in Ordnung. So mache ich weder Amadeus noch mir Druck, unbedingt bald wieder reiten zu müssen. Ob ich ihn erneut richtig antrainiere weiß ich daher noch nicht, sicher muss ich dabei auch erst nochmal Absprache mit unserem Tierarzt halten. Ich schätze jedoch, dass es mir einfach zu riskant ist und ich daher unser Training an seinen Zustand anpassen werde. Er hat mir bereits bewiesen, was in ihm steckt und dass er ein unglaubliches Pferd ist, mit dem man alles erreichen kann. Wir müssen nun weder uns selbst noch anderen etwas beweisen und auch wenn er viel Spaß an der Arbeit hat, möchte ich ihn einfach gesund erhaltend arbeiten.

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1 Kommentar

  1. Helena

    Klingt ja schonmal gut, was der Tierarzt sagt! 🙂
    Toi toi toi dass wieder alles zu 100 % wird!

    Antworten

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