Fernweh

Teresa Sarnow

24 Juni 2017

Wie jeder andere Mensch auch habe ich viele Träume, nicht nur mit den Pferden. Denn auch sowas soll es geben, obwohl meinen Pferden fast mein gesamtes Leben gehört und sich meistens alles nur um sie dreht.
Die Pferde machen mich glücklich, wir haben schon so viel zusammen durchgestanden und ich träume von einer großartigen Zukunft mit ihnen. Denn wie manche von euch wissen, träume ich unendlich groß – egal, ob ich dort jemals hinkommen werde oder nicht.
‚Believe the unbelievable‘ ist seit ich ein Kind bin eine Art Leitsatz, den ich mir in Gedanken rufe, wenn ich am Boden bin und das Gefühl habe, nicht mehr hoch zu kommen. Denn ich Glaube das Unglaubliche, obwohl unsere Gesellschaft aus meiner Sicht dazu neigt, keine wahren Träume und Ziele mehr zu haben. Uns wird eingetrichtert, effektiv sein zu müssen und am Boden zu bleiben.

Mir geht es nicht um das Geld, obwohl viel Geld ganz klar vorteilhaft in meinem Sport wäre.
Ich möchte niemals den ganzen Tag im Büro sitzen, um Abends schlecht gelaunt nach Hause zu kommen und eigentlich keine Lust mehr auf meine Hobbys zu haben. Bei diesem Thema gehen die Meinungen stark auseinander.
Während die eine Seite der Meinung ist, man sollte erst einmal viel Geld verdienen (egal ob der Beruf Spaß macht oder nicht, dann kämpft man sich ebene in paar Jahre durch und beißt die Zähne zusammen), um später abgesichert zu sein und sein Leben dann genießen zu können, wollen die anderen ihr Leben nicht verschwenden.
Bin ich lieber wohlhabend und habe acht Stunden am Tag schlechte Laune, oder führe ich ein glückliches Leben mit wenig Luxus? Für mich persönlich zählt das Zweite. Das Leben ist so schnell vorbei, manchmal habe ich das Gefühl, vor einer Woche war ich noch ein glückliches, sorgenfreies kleines Kind. Dann blinzel ich mit den Augen und schon bin ich fast zwanzig, stehe  kurz vor meinem Schulabschluss und das „echte“ Leben beginnt. Das Leben mit Sorgen (wobei mir die Pferde das schon früher gebracht haben), Verpflichtungen, einer Berufswahl.
Wer weiß wie alt ich bin, wenn ich noch einmal blinzel.
Vielleicht sehe ich das alles in ein paar Jahren ganz anders, doch das kann niemand wissen.

Einer meiner Träume ist es, die Welt zu sehen. Ich möchte durch Vietnam wandern, nach Australien, möchte Mustangs in Amerika sehen. Genauso will ich eines Tages wieder nach Sri Lanka und dort ein Elefanten Waisenhaus besuchen. Mexico, Schweden, Hawaii. Ich möchte in die Karibik und auf die Salomonen. Genauso träume ich von einer Safari zu Pferd in Afrika, bei der ich wilde Giraffen sehen kann. Auch wilde Tiger möchte ich eines Tages unglaublich gerne sehen!
Eine besondere Verbindung habe ich zum Meer, denn als Kind waren wir oft Boot fahren und auf vielen abgelegenen Inseln in Kroatien (zu denen ich nächstes Jahr unbedingt möchte!). Sobald ich am Meer bin, fühle ich mich leicht und glücklich. Ich liebe den Geruch der Wassers und das Geräusch der Wellen, bei dem ich sogut einschlafen kann. Sobald ich am Meer bin, fühle ich mich frei.
Eigentlich seltsam, da ich vor dem Meer selbst Angst habe, ich also ungerne in das Wasser gehe. Und doch zieht es mich fast magisch an und fasziniert mich jedes Mal wieder.

Die Liste lässt sich unendlich weit fortführen, obwohl ich weiß, dass der Großteil davon ein Traum bleiben wird. In einigen dieser Länder möchte ich mal Urlaub machen, doch Urlaub bedeutet immer einen kurzen Zeitraum und eine Heimkehr. Am Liebsten würde ich so lange in den Ländern bleiben, wie ich möchte. Mir alles ansehen, die Kultur und Menschen dort kennenlernen. Keine Touristentouren, sondern abseits davon.

Der Reitsport wird das alles jedoch niemals zulassen, schon gar nicht, wenn man auch dort große Ziele anstrebt und erreichen möchte. Mehr als zwei Wochen kann ich im Sommer nie wegfahren, da ich sonst für mich wichtige Turniere verpasse oder natürlich mein Pferd einfach zu lange nicht trainieren kann. Dazu kommt, dass die Pferde und deren Unterhalt viel kosten – woher also das Geld nehmen, ständig um die Welt zu reisen?

Bereuen werde ich niemals etwas, denn ich liebe meinen Sport und meine Lieblinge geben mir so viel, mehr als es wohl jede Reise könnte. Für meine Träume und Ziele mit den Pferden würde ich alles andere aufgeben. Und doch ist da immer eine kleine, leise Stimme in meinem Kopf, die mir von den schönsten Ländern erzählt und dort hinfahren möchte. Oft habe ich tatsächlich richtiges Fernweh, würde am liebsten sofort meinen Koffer packen und einen einfachen Flug irgendwo hin buchen.

„Reisen ist oft nichts anderes, als die Flucht vor sich selbst. Aber das Ich holt dich immer ein.“

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2 Kommentare

  1. Laura

    Sehr schön geschrieben. Da haben wir wohl eine Sache gemeinsam. Der Text spricht mir aus der Seele. Genauso bin ich auch. Das Fernweh zieht mich immer raus ins Leben und doch bin ich wieder froh wenn ich in meiner kleinen Welt bei den Pferden „verschwinden“ kann.

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