Gestern bin ich gemeinsam mit zwei Reitschülerinen nach Mainburg gefahren, um dort mein nächstes Reitabzeichen zu machen. Mitgenommen haben wir Dreamer und Bulgari, welche ich dort beide super trainieren kann und sie werden über Sylvster in dem Stall bleiben, am Tag darauf hole ich sie dann wieder ab.
Da Dreamer am ersten Sylvester nach dem Kauf einen Sturz hatte, nachdem er durch den Zaun gegangen ist, sind mir Boxen nun tausend Mal lieber und ich weiß, dass die Pferde in dem Stall bestens aufgehoben sind.

Seit einer Weile gibt es nun ja das neue Reitabzeichen System, in dem es statt den vorherigen 4 Abzeichen fünf gibt, das RA3 kam als Zwischenstufe dazu.
Um ehrlich zu sein finde ich diese Neuerung sinnlos und war nicht besonders begeistert davon. Trotz der Begründungen wirkt es auf mich ein wenig, als ginge es hauptsächlich darum, mehr Geld zu machen. Schließlich bringt einem das RA3 überhaupt nichts, man ist damit auf der gleichen Stufe wie beim RA4.

Ich selbst habe vor genau einem Jahr mein RA3 gemacht und versuche nun, das RA2 springspezifisch zu bestehen.
Das bedeutet, ich muss einen M* Parcours reiten, welcher höchst wahrscheinlich nicht niedriger gebaut sein wird – das kann ja was werden!

Warum mache ich das RA2, wenn man sich auch durch Turniererfolge hochstufen lassen kann?
Eine gewisse Sicherheit ist mir wichtig, und was man hat, das hat man. Bezogen auf das Abzeichen heißt es, dass es nicht verfällt, Turniererfolge hingegen schon.
Ich bin noch lange kein Profi und weiß nicht alles, doch soweit mir bekannt ist, wären dauerhafte Erfolge nach einer Hochstufung gut, um auf der gleichen Stufe zu bleiben. Von einer Bekannten weiß ich, dass sie durch ein paar längeres Studium nur noch wenig Zeit für den Turniersport hatte und am Ende wieder eine niedrigere LK hatte, wegen zu wenigen Platzierungen innerhalb dieser Zeit.
Sowohl in unserem Sport, als auch im normalen Leben, kann alles mögliche passieren. Ob es nun Verletzungen sind oder vorübergehender Stress in der Schule/Arbeit, wodurch man an der Turnierteilnahme gehindert wird. Ich möchte so viel wie möglich in der Tasche haben und es kann immerhin nicht schaden.
Abgesehen davon: Ich habe zwar immer unglaubliche Angst vor den Prüfungen des Reitabzeichens, doch wenn man es geschafft hat, ist man glücklich und hatte ein Erfolgserlebnis.

Was darf ich mit dem RA 2 reiten?
Durch das bestehen dieses Reitabzeichens kann ich LK 4 beantragen, das bedeutet, ich könnte L und M reiten.
Verrückter Gedanke im Moment, wo ich mit meinen Pferden noch im E und A unterwegs bin. Doch wie oben schon geschrieben, ich möchte einfach so viel wie möglich haben, wann es dann zum Einsatz kommt, ist eine andere Frage. Irgendwann habe ich ja vor, M zu reiten.

Wird das vorerst das letzte Reitabzeichen sein?
Angenommen ich bestehe, wird es nicht mein letztes sein. Es mag verrückt klingen, doch eigentlich habe ich vor, wieder nächstes Jahr nach Weihnachten dann das RA1 zu machen, mit dem ich LK3 bekommen könnte und M und S Springen dürfte. Ob ich es nächstes Jahr schon mache (immerhin muss ich dann einen S Parcours reiten, stellt euch das Mal vor!) sehen wir dann ja.

Mit welchem Pferd mache ich das RA2?
Ich hoffe, niemand hier nimmt an, ich würde mit Dreamer schon einen M Parcours springen – er ist erst 7 Jahre alt. Darauf käme ich nicht einmal im Traum.
Ich habe das Glück, nun schon mehrere Jahre regelmäßig zu diesem Stall zu fahren und alle dort eigentlich recht gut zu kennen. Als ich das erste Mal in Mainburg war, habe ich mich in ein Pferd verliebt und hatte sogar das Glück, ihn reiten zu dürfen.
Ein wirklich großer Wallach, welcher bis S ausgebildet ist. Seitdem springe ich ihn jedes Jahr und mit uns beiden klappt das auch klasse, er ist nicht einfach zu reiten, aber wir sind irgendwie ein Team und bekommen das immer hin.
Zu ihm habe ich ein riesiges Vertrauen (wir hatten sogar lange Zeit überlegt, ihn zu kaufen…) und bin daher immer zuversichtlich, dass er mir auch dieses Jahr wieder hilft.

Wovor habe ich Angst?
Ehrlich gesagt: vor allem. Es war die letzten Jahre noch nie so schlimm, aber ich bin schon seit Wochen aufgeregt wegen der Prüfung.
Das Schlimmste ist, dass dieses Jahr nicht „meine“ Trainerin den Kurs unterrichtet, sondern ein neuer Springtrainer. Ich glaube, das macht mir am meisten Angst und lässt mich unsicher werden, sie hatte mir immer Halt gegeben.
Ich kam so gut mit ihrem Unterricht zurecht und da sie mich auch besser kennt, konnte sie mir natürlich super helfen. Dieses Jahr ist alles anders, und das, wo ich zum ersten Mal in meinem Leben einen M Parcours springe.
Ich frage mich die ganze Zeit, wie ich das hinbekommen soll – noch mehr Angst aber habe ich vor der Theorie Prüfung.
Wenn ich jetzt schon daran denke, wird mir übel und ich würde am liebsten einfach nach Hause fahren.

Ich werde während meiner Woche so viel wie möglich filmen (und filmen lassen) und Fotos machen, hoffentlich bekomme ich auch die Prüfung ordentlich drauf. Wenn alles klappt, wie ich es mir vorstelle, gibt es auf Youtube dann eine Zusammenfassung der Woche, mit kleinen FMAs, ich werde euch natürlich den Stall, mein Schulpferd und das Training meiner eigenen Pferde zeigen.
Es wird eine anstrengende Woche und ich werde wie jedes Jahr öfter als nur zwei Mal am Tag reiten – neben meinen beiden Pferden darf ich häufig noch alleine verschiedene Schulpferde reiten und mir das einteilen, wie ich möchte – macht jedes Mal Spaß, dafür schließe ich meist als Letzte gegen Mitternacht den Stall zu.
Ob ich bestanden habe oder nicht erfahrt ihr relativ zeitnah (je nach dem wie es mir danach geht) auf Instagram und sobald ich zuhause bin schreibe ich über meine Woche hier auf meinem Blog etwas für euch.
Gleichzeitig hatte ich vor, am 31.12. einen kurzen Jahresrückblick mit ‚Vorsätzen‘ und Plänen für das Jahr 2017. Mal sehen, wie ich es letztendlich dann mache.