Nachdem ich die Nacht vor unserem ersten Turnier einen ‚Albtraum‘ bezüglich des Turnieres hatte, in welchem so ziemlich alles schief gelaufen ist, was schief laufen kann – weil ich schließlich daraufhin so ein schlechtes Gefühl hatte und so nervös war, entschied ich mich um 4 Uhr früh, schlafen ging natürlich nicht mehr, doch dreißig Minuten eher loszufahren – für alle Fälle.
Der Tag begann relativ entspannt für mich, abgesehen von dem massiven Schlafmangel aus Nervosität, erst gegen 8 Uhr früh musste ich mich auf den Weg zum Stall machen. Den ersten Schock des Tages bekam ich beim Anruf an der Meldestelle, welche mir mitteilte, dass keine Nennung von mir eingegangen sei – nach etwas längerem Suchen hat sie meinen Namen dann aber auch noch gefunden.
Das Verladen verlief ebenfalls entspannt, Dreamer stieg gleich beim ersten Versuch ein und schließlich machten wir uns zu fünft plus Pferd auf den Weg nach München Riem. Wie immer bestand meine größte Angst zum einen darin, den Parcours zu vergessen, zum anderen befürchtete ich Dreamers Verhalten beim Springen. Wie schon in meinem vorherigen Beitrag erwähnt, macht es mich immer unsicher – mal läuft er perfekt, mal kommen wir nicht über den ersten Sprung.
In München hätten wir uns dann fast verfahren (obwohl wir erst vor kurzem genau auf dieser Anlage waren) und wären fast auf die Trabrennbahn gefahren, ich denke aber, mit Dreamer hätte ich dort wohl weniger Erfolg gehabt.

Als wir endlich angekommen waren, hatten wir noch genug Zeit vor Ort und konnten Dreamer in Ruhe fertig machen. Der Abreiteplatz war zum Glück alles andere als überfüllt – in meiner Prüfung ritten lediglich 9 Reiter mit, daher befanden sich auch nicht mehr auf dem Abreiteplatz. Zwar ritten manche davon trotzdem rücksichtslos, es gab aber keine größeren Probleme. Auch das Abgehen des Parcours verlief gut, ich konnte mir die Wege sehr gut merken und daher fiel auch die Angst vor dem Vergessen ein wenig von mir ab.
Wie immer wuchs die Aufregung trotzdem immer mehr, als ich die Starterin vor mir beobachtet habe und vor dem Eingang stand, wurde mir wie jedes Mal übel und ich wäre am liebsten weggerannt.
Nachdem ich eingeritten war und die Klingel ertönte, fiel sämtliche Anspannung vor mir ab und es gab nur noch Dreamer, den Parcours und mich. In solchen Momenten bin ich wirkich froh, dass ich alles um mich herum ausblende und keine Nervosität mehr vorhanden ist – als wäre ein Schalter umgelegt worden.
Zu Beginn kamen wir kaum durch zwei Hindernisse, überall waren Blumen (Blumen!), welche Dreamer angreifen wollen und ihm somit große Angst machen. Auch vor dem ersten Sprung war es noch einmal kritisch, ab dann lief es aber super. Ich musste ihn wirklich ordentlich reiten, teilweise etwas Druck machen, aber wir kamen durch!
Überglücklich ritt ich und musste beim drittletzten Sprung sogar einmal grinsen vor Freude – schließlich beendete ich den Parcours und war einfach nur froh!
Erstaunlicherweise erhielten wir für die mehr oder weniger gute Leistung eine 7,6 und landeten somit sogar auf dem 2. Platz!
Damit hätte ich wirklich niemals gerechnet, umso mehr habe ich mich aber natürlich gefreut.
In der Siegerehrung kamen mir einige Tränen vor Erleichterung und Freude. Besser hätte unsere Saison nicht starten können, diese Prüfung gibt mir nun ein gutes Gefühl für die nächsten Turniere und gibt mir (hoffentlich auch Dreamer) etwas Selbstbewusstsein.
Zwar glaube ich, dass es auch dieses Jahr noch einige dieser extrem schlechten Tage geben wird, in denen er im Parcours nur gestresst ist und verweigert – dass unser aller erstes Turnier nun aber so gut war, macht mir Hoffnung!

Das Video über unseren Tag sowie den Prüfungsritt könnt ihr hier sehen: