Erstes Longieren mit Bulgari

Teresa Sarnow

05 Mai 2017

Richtiges Longieren kann viel bewirken – abgesehen von der Stärkung des Vertrauens und der Verbindung zwischen Pferd und Reiter können Pferde bei der richtigen Arbeit an der Longe ihre Balance finden und eine gute Muskulatur aufbauen – bei jungen Pferden hilfreich zur Vorbereitung auf das Reiten.
Warum aber ist es eigentlich gar nicht so einfach, ordentlich zu longieren? Bei falscher Arbeit kommen die Pferde durch fehlende Biegung in eine Schräglage, welche Gelenke, Sehnen und Bänder überlastet und fallen auf die Vorhand.
Wie immer gilt aber auch bei der Arbeit an der Longe, dass es Zeit braucht, um ein Pferd ordentlich longieren zu können. Noch schwieriger wird es natürlich ohne Hilfsmittel wie Ausbinder, welche aber nur die äußere Form korrekt aussehen lassen.
So wie ein Pferd (meiner Meinung nach) nicht innerhalb weniger Wochen unter dem Reiter konstant in Anlehnung gehen muss, muss ein Pferd an der Longe auch nicht sofort perfekt gebogen laufen.

Bulgari hat mir eine Zeit lang kleinere und größere Probleme bereitet, hauptsächlich beim Longieren. Generell ist der Kleine ein rüpeliges Trampeltier, scheinbar ohne Schmerzempfindungen. Im Umgang kann es schnell passieren, dass er einem ganz nebenbei den Kopf gegen den eigenen schlägt und so tut, als wäre nichts passiert.
Bei der Arbeit an der Longe ergaben sich aus seinem Verhalten mehrere Probleme.
Zum einen wollte er nie von der rechten auf die linke Hand wechseln, bei dem Versuch, ihn auf der anderen Seite zu longieren, hat er komplett dicht gemacht, ist rückwärts gelaufen, hat sich ständig zu mir gedreht. Immer wieder ist er senkrecht gestanden und hat auch schon einige Male nach mir ausgetreten, weil es ihm eben nicht gepasst hat.

Generell war es zu Beginn schwierig, ihn von mir weg zu schicken, da er sich ständig reingedreht hat und wieder herkam.
Während dem Longieren muss man unglaublich vorsichtig sein und ihn so gut wie möglich von hinten begrenzen, darf nie auch nur minimal vor ihn kommen, da er ständig (auch ohne Fehler, einfach zum Testen) stehen geblieben ist.
Durch diese Probleme, gerade mit dem Steigen und Ausschlagen, habe ich entschieden dass es am Anfang mehr Sinn macht, nur an einem langen Strick die Basics der Longenarbeit zu trainieren.
Also das weggehen vom Longenführer, die Kommandos und den Handwechsel.
Mit der Zeit wurden die Probleme immer kleiner und haben sich nun fast schon in Luft aufgelöst, weshalb ich vorgestern zum ersten Mal richtig longiert habe!
Nicht wie gewohnt nur einen relativ kleinen Umkreis um mich herum, so dass ich den Strick schnell komplett aufnehmen kann, sondern an der fast ganz langen Longe!

Sowohl im Schritt, als auch im Trab war er sehr artig und ging wirklich brav. Auch den Galopp haben wir seit langer Zeit wieder dazu genommen und mit ein paar Ausfällen aber auch gelegentlichen Pausen ist er pro Hand etwa 6 Runden galoppiert – für ihn definitiv sehr viel, wenn man bedenkt, wie anstrengend Zirkel für junge Pferde sind! Während der Rechtsgalopp klasse war und relativ einfach ging, verlangte ihm der Galopp auf der linken Hand deutlich mehr ab. Zu Beginn sprang er im Kreuzgalopp

 

Die Arbeit kann nun also langsam beginnen, denn wie schon erwähnt ist mir der Muskelaufbau vor dem Reiten wichtig. Ich glaube, ich habe mich noch nie so sehr auf Longieren gefreut!

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