Wie im gestrigen Beitrag erwähnt, suchen ‚wir‘ zurzeit ein Pferd. Dieses ‚wir‘ bedeutet aber nicht meine Familie und ich, sondern genau genommen eine Reitschülerin.
Häufig bekomme ich Fragen, ob ich denn noch ein Pferd kaufen möchte oder gerne noch eins hätte.
Genau darum dreht es sich heute auch – kaufe ich mir ein neues Pferd, oder kommt ein neues Pferd in Frage?
Natürlich hätte ich gerne noch ein Pferd, von mir aus auch gerne fünf weitere! Nur ist das realistisch betrachtet ein absolutes Wunschdenken, träumen darf man ja.
Weder finanziell noch zeitlich wäre ein weiteres Pferd derzeit für mich möglich, wenn ich mich nicht komplett in fünf Teile zerreißen will, um alles zu schaffen.
Zeitlich ist es einfach so, dass ich natürlich noch zur Schule gehe und nächstes Jahr voraussichtlich mein Abitur mache. Wenn ich ehrlich bin, muss ich noch nicht besonders viel lernen, weshalb das ganze bisher gut funktioniert. Amadeus, der nun knapp über ein Jahr mehr oder weniger ausfiel, und den ich auch vorher wegen dem Reitunterricht immer weniger geritten bin, möchte ich nun aber selbst wieder mehr arbeiten und mehr Zeit mit ihm unternehmen.
Es ist nun mal so, dass er nicht mehr der jüngste ist und auch nicht mehr jünger wird. Pferde werden nicht wie Menschen 70 oder 80, sondern meist nicht sehr viel älter als 30.
Bereits zuvor habe ich einmal den Fehler gemacht, dass ich jemandem nicht mehr genug gezeigt habe, wie lieb ich ihn eigentlich habe – bis es dann zu spät war. Das bereue ich nach 10 Jahren nun immer noch und es belastet mich. Den gleichen Fehler möchte ich also nicht noch mal machen!
Mit Amadeus fange ich also wieder an, mindestens drei Mal die Woche etwas zu machen. Es gibt uns beiden sehr viel und ich hatte vergessen, wie es sich angefühlt hat, jeden Tag mit ihm zu arbeiten.
Nun habe ich also wirklich wieder 3 Pferde, mit denen ich auch regelmäßig etwas machen muss.
Über mein Leben mit den Pferden führe ich diesen Blog, welchen ich gerne täglich befüllen würde, es aber meist nicht schaffe. So muss ich mich mit 2-3 Mal die Woche zufrieden geben. Auch meinen YouTube Account gibt es, und dieser macht wohl am meisten Arbeit. Am Stall muss gefilmt werden, das Material muss geschnitten und bearbeitet werden.
Was die wenigsten sehen ist, dass alleine das Schneiden eines Videos auch mal 3 Stunden dauern kann und ich oft genug Nächte lang an meinen Blogbeiträgen oder Videos saß!

Dazu kommt der finanzielle Aspekt, der schließlich nicht zu ignorieren ist. Reiten ist und bleibt ein teurer Sport, vor allem mit Dreamer habe ich diesbezüglich eher Pech und ständig hohe Tierarztkosten.
Stehe ich mal komplett auf eigenen Beinen, habe ein festes Einkommen, kann mir eine eigene Wohnung leisten und kann meine eigenen bisherigen drei Pferde komplett selbst finanzieren – bleibt dann noch ausreichend Geld über, wäre irgendwann der Gedanke da, noch eins zu kaufen.
Aber bis dahin wird sehr sehr viel Zeit vergehen, schon alleine, da man auf das Pferd schließlich auch (je nach Preisklasse) einige Zeit sparen muss! Außerdem bezweifle ich, dass ich das alles relativ einfach finanzieren kann, sondern denke eher, dass da eine harte Zeit auf mich zukommen wird. Doch das wusste ich bereits, bevor ich mir ein zweites (und drittes) Pferd gekauft habe! Meine Prioritäten sind ganz klar gesetzt und wenn es hart auf hart kommt, wird das Pferd immer an erster Stelle stehen.
Im Notfall hätte ich jederzeit die Unterstützung meiner Eltern (zumindest über einen gewissen Zeitraum), weshalb ich nun noch keine Panik schieben muss und mir nicht täglich überlegen muss, wie ich das irgendwann alles mal schaffen soll. Selbst wenn in der Zukunft mal alles in meinem Leben gerade schief laufen sollte, werde ich keines meiner Pferde aufgrund einer Krise verkaufen müssen.
Ein Pferd zu kaufen ist nicht gleich ein Sportgerät zu kaufen, Pferde werden (meist) sehr alt, bringen unglaublich viele Verantwortungen mit sich. Sie grenzen das eigene Leben stark ein, so wie auch bei mir, und eröffnen einem dennoch so viele neue Wege und Möglichkeiten.
Sicher gibt es viele Menschen, welche mal eben ein Pferd kaufen und wenn es nicht mehr passt oder gerade zu stressig ist, es weg geben. So bin ich aber nicht, denn wir holen die Pferde zu uns und müssen uns um sie kümmern, ähnlich wie in einer Partnerschaft. Entscheidet man sich für den Kauf, sollte man sich auch den Konsequenzen bewusst sein!

Im Moment habe ich sowohl ein ‚älteres‘ als auch junges Sportpferd, womit ich auch auf den Turnieren ausgelastet sein werde. Mit drei Pferden wird es nie langweilig, so viel durfte ich bisher feststellen!
Natürlich träume ich aber davon, eines Tages doch noch einen eigenen Hof zu haben.
Bevor aber ein weiteres eigenes Pferd kommt, steht vorerst noch ein anderes Projekt an (wobei wir hier auch von in ein paar Jahren reden!) – ein junges Pferd, welches ich anreite, ausbilde und verkaufe.
Wie ich das übers Herz bringen werde, weiß ich bis jetzt noch nicht. Doch ich möchte das ganze Mal beruflich machen und früher oder später muss ich lernen, auch solche Entscheidungen zu treffen.
In der nächsten Zeit steht also kein weiteres Pferd an.