Ein Pelham für Dreamer?

30

Juni 2017

Mit Sicherheit kommen auf diesen Beitrag viele negative Kommentare, Vorurteile und Beschwerden. Bevor ihr aber zu schnell urteilt, bitte ich euch, erst einmal den ganzen Text durchzulesen und dann zu urteilen!

Wie ihr wisst bin ich derzeit auf Gebisssuche, was sich für Dreamer als nicht besonders einfach herausstellt. Heute habe ich bereits die ersten Gebisse ausprobiert und Dreamers Reaktionen darauf beobachtet. Derzeit kann er noch nicht geritten werden, das bedeutet, dass ich (hoffentlich dann) nächstes Wochenende auch vom Sattel aus vorsichtig ausprobieren kann.
Doch der erste Eindruck verrät normalerweise schon viel darüber, ob ein Pferd etwas angenehm oder unangenehm findet.

Beginnen wir also mit dem ersten Gebiss, die Stange von TRUST, über die ich euch im letzten Beitrag informiert habe. Entgegen meiner Erwartung ist die Stange wirklich sehr flexibel und leicht biegbar, was ich persönlich angenehm finde, da es nicht starr ist und sich anpasst. Über die Wirkung jedes Gebisses habe ich mich lange informiert bzw. bin noch dabei, denn mit jeder Veränderung ändert sich auch die Wirkung. Es ist nicht immer einfach, sich vorzustellen, was ein Gebiss im Maul dann am Ende macht und wie es sich bei Einwirkung des Zügels verhält – zu den ganzen Neuheiten etwas auf Google zu finden, was auf einer wissenschaftlichen oder logischen Basis begründet ist, gestaltet sich als sehr schwierig.
Das Wichtigste für mich ist am Ende aber immer, auf meine Pferde zu hören, ihnen in die Augen zu sehen und zuzuhören. Gerade ohne Sperrriemen lässt sich eine Unannehmlichkeit nicht verdecken, was natürlich von Vorteil ist.
Das Gebiss ist also relativ dick, wobei es in der Mitte dünner ist. Sicher ist eine Stange und natürlich auch das Material sehr ungewohnt für ihn, so dass er sich erst umstellen muss.
Mit der Stange hat er teils sehr stark rumgespielt und es sah teilweise so aus, als würde er es mit der Zunge nach oben ziehen bzw. aus dem Maul schieben wollen. Es sind auch bereits nach dem ersten Gebrauch ein paar kleine Kratzer im Gebiss vorhanden, von den Zähnen. Zu schnell urteilen möchte ich aber nicht, denn es war der erste Versuch!

Generell muss ich dazu sagen, dass ich Dreamer mit Hafer an die neuen Gebisse gewöhne. Das bedeutet, ich schnalle es nicht einfach ein und reite los (was derzeit ja eh nicht funktionieren würde), sondern ich lege ihm das Gebiss an und lasse ihn einige Becher Hafer in einer Schüssel fressen. Danach bleibt das Gebiss noch kurz drinnen und wird anschließend raus genommen. So gestaltet sich das Vorgehen angenehmer für das Pferd, gerade sensible Pferde wie Dreamer nehmen es dann besser an. Das bedeutet nicht, dass ich daraus beurteile, ob ein Gebiss gut ist oder nicht – es dient nur der Gewöhnung an so neue Gebisse wie Kunststoff/ Gummi oder eben Stangen!

Das zweite Gebiss habe ich heute beim Krämer noch gekauft, es handelt sich dabei ebenfalls um eine Stange mit Zungenfreiheit und Apfelgeschmack, also Kunststoff. Mit ca. 26 € war es sehr günstig und hat sich zum Testen gut angeboten, um eine grobe Richtung herausfinden zu können.

Das Gebiss ist nicht so flexibel wie das von TRUST, sondern sehr stabil. Zu Beginn hatten wir Probleme damit, herauszufinden, wie genau man das Gebiss nun einschnallen muss, damit es korrekt liegt. Dreamer hat uns das aber sehr deutlich gezeigt, bis es gepasst hat. Mein Gedanke war, dass ihm eine Stange mit Zungenfreiheit ein wenig besser gefallen könnte, obwohl das Gebiss relativ dick ist. Als es dann nach einigen gescheiterten Versuchen richtig lag, schien er damit sehr zufrieden zu sein. Kurzes, leichtes herumspielen gab es zwar, aber bei weitem nicht wie bei dem ersten Gebiss. Es lag ruhig im Maul und er machte einen zufriedenen Eindruck.
Was mich bei beiden Stangen ein wenig irritiert ist die Tatsache, dass er mit den Gebissen ein wenig mehr Speichelfluss hat bzw. mehr sabbert. Hier muss ich mich noch erkundigen, ob sich diese Gebisse irgendwie negativ auf die Schluckbewegung oder ähnliches auswirken und somit am Ende doch störend sind. Wenn Google mir nicht weiterhelfen kann, wird es sicher mein Trainer oder Tierarzt können.
Das Gebiss machte also einen recht guten ersten Eindruck.

Nun geht es weiter und an dieser Stelle erwähne ich noch einmal, dass ich viele Gebisse austeste. Dabei ist mir wichtig, was mein Pferd am Ende dazu sagt, mehr nicht!
Es handelt sich um ein Pelham, ebenfalls mit einer Stange. Zu Beginn hatte ich eins von Applemouth bestellt, welches jedoch zum einen sehr dick ist, zum anderen zu lange Anzüge (ca. 9 cm) hat und eine Größe zu klein bestellt war. Daher geht dieses Gebiss wieder zurück, heute beim Krämer habe ich aber ein günstiges von Showmaster mitgenommen, für etwas über 30 €. Das Pelham hat sehr kurze Anzüge und eine Stärke von 15 mm, ist flexibel aber nicht zu biegsam.

Hierbei geht es mir nicht darum, dass es ein schärferes Gebiss ist! Um ehrlich zu sein war es einfach ein Bauchgefühl, welches ich schon seit längerer Zeit habe, und woraufhin ich dieses Gebiss wenigstens einmal austesten möchte. Ist es verwerflich, es probieren zu wollen? Für gewöhnlich liege ich mit meinem Gefühl meistens richtig, auch wenn ich es in dem Fall nicht hoffe. Denn eigentlich möchte ich keinesfalls mit so einem Gebiss im Alltag reiten, oder besser gesagt am liebsten gar nicht.
Genau genommen denke ich hat niemand das Recht, sich an der Stelle zu beschweren. So viele Reiter trainieren mit Kandaren, viele Anfänger reiten sogar schon mit scharfen Gebissen, nur zu oft wird sowas missbraucht, um ein Pferd gefügig zu machen. Das ist aber nicht meine Absicht – ich will das perfekte Gebiss für Dreamer finden! Ein Gebiss ist nur so scharf, wie die Hand, die es führt.
So gesehen denke ich, dass schärfere Gebisse bei jemandem wie mir noch in besseren Händen wären, denn mir ist die Wirkung bewusst und ich habe ich vor, diese auszunutzen. Auch habe ich schon relativ früh gelernt, ordentlich auf Kandare zu reiten, beherrsche also auch das.
Aus einem Gefühl heraus habe ich nun also Mal das Pelham gekauft und ausprobiert, der erste Eindruck war gut. Er hat es von Anfang an sehr gut angenommen, nur kurz mit der Zunge am Gebiss gespielt und wirkte ansonsten zufrieden. Die Stange ist auch noch etwas dünner als die von TRUST, was ihm denke ich auch besser gefallen hat.

Der derzeitige Zwischenstand ist also, dass ich rein von meiner Beobachtung vom Boden aus denke, dass ihm eine Stange mit leichter Zungenfreiheit gefallen könnte. Wie er sich damit reiten lässt, kann ich aber noch lange nicht sagen.
Auch werde ich in der nächsten Zeit noch viele weitere Gebisse dank der Zusammenarbeit mit Michelle Simon testen dürfen und so herausfinden können, was wirklich zu ihm passt. Diese Gebissarten auszuprobieren (ein oder zwei weitere hab ich noch im Kopf) war mir einfach wichtig, doch die Suche geht weiter und wird mit Sicherheit noch eine Weile dauern. Denn es gibt schließlich auch die verschiedensten Modelle normaler Gebisse, mit unterschiedlichen Materialien und ähnlichem – vielleicht passt davon etwas ideal. Auf ein wenig Verständnis hoffe ich, denn für meine Pferde tue ich wirklich alles, möchte nur das Beste für sie und eine reelle Ausbildung ist mir wichtig. Doch man kann nie wissen, was einem Pferd angenehm ist – der korrekte Umgang mit schärferen Gebissen (wobei man z.B. ein Pelham ja auch nur im normalen Ring einschnallen kann, ohne viel Hebelwirkung, soweit ich bisher weiß) muss gelernt sein, schadet dem Pferd dann jedoch nicht mehr als ein normales Gebiss. Auch damit kann man wahnsinnige Schmerzen verursachen!
Außerdem hoffe ich nach wie vor, dass wir ein normales Gebiss für ihn finden und bei der großen Auswahl ist das schließlich kein unmögliches Unterfangen.

 

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2 Kommentare

  1. Ella

    Ich finde auf dem Foto sieht das Gebiss von der Position im Maul am besten aus. Natürlich kann man anhand eines Fotos das nicht bestimmen, aber ich finde es liegt sehr ordentlich, abgesehen davon bin ich ein fan von Bauchgefühl!

    Antworten
  2. Sophia

    Also ich habe ähnliche Erfahrungen mit Gebissen gemacht. Filius hat sich gegen alle gebrochenen Gebisse gewährt egal ob einfach oder doppelt gebrochen. Also habe ich es mit einem einfachen Stangengebiss probiert. Jedoch hat er sich uch gegen dieses gewährt. Auf anraten meines Trainers habe ich es dann mit einem Stangenpelham probiert und siehe da er reißt immer scjon das Maul auf wenn ich mit der Trense komme. Klar hat ein Pelham durch die Anzüge eine andere Wirkung welche man nie mit der eines normalen Gebisses vergleichen sollte, aber für mich ist das nun die Lösung für den Alltag geworden. Ich reite entweder dann mit 2 Zügelpaaren vor allem wenn es an die Dressurarbeit und Hohe schule geht, ausreiten gehe ich aber meist mit Pelhamriemen um eben die wirkung der Kandare mit der der Trense zu Kombinieren und so funktioniert es super
    Ich stimme dir auch voll zu Gebisse sind immer nur so scharf wie sie die Reiterhand macht.
    Viel Glück noch bei der weiteren Gebissuche und das du auch eine möglichst optimale Lösung findest

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