Dreamers Leidensgeschichte – unsere bisherigen Unfälle

07

Juli 2017

Mittlerweile sind ja einige mehr Follower dazu gekommen, und so häufen sich auch die Fragen bezüglich Dreamers Leidensgeschichte. Aus diesem Grund möchte ich euch heute von seinen Unfällen erzählen, und denke ihr könnt danach nachvollziehen, dass es mir nach all den Vorfällen schwer fällt, etwas positives daran zu sehen.

Im Juli 2014 habe ich Dreamer gekauft, da er aus einem normalen Turnierstall kam, bedeutete das Korrektur. Er wurde relativ eng geritten und natürlich komplett anders, als es unserer Ansicht nach korrekt ist. Im Rücken war er sehr fest, hatte wenig Schwung und lief nur eilig auf der Vorhand.
Schließlich neigte sich das Jahr dem Ende zu und unsere Pferde hatten wir Silvester wie gewohnt zuhause im Stall. Leider kam es dann dazu, dass einige aus der Umgebung direkt auf die Koppeln Raketen und Böller schossen, was natürlich das Dümmste ist, was man machen kann…
Trotz Beruhigungsmittel gingen die Pferde durch die Zäune und Dreamer hatte einen üblen Sturz, bei dem er sich schienbar überschlagen haben muss.
Der erste Unfall seit wir ihn haben also – das bedeutete viele Behandlungen, viele Kosten und viel Geduld. Er ging lahm und unklar, was uns eine Weile Schwierigkeiten bereitete.

Im November 2015, also wieder gegen Ende des Jahres, hatten wir einen wirklich schlimmen Unfall auf einem Abreiteplatz.
Alles darüber könnt ihr in diesem Beitrag lesen: https://teresa-sarnow.de/unfall-auf-dem-abreiteplatz/
Kurz gesagt – uns ist jemand im vollen Galopp nach einem Sprung reingeritten, von der Person habe ich weder eine Entschuldigung, noch eine Entschädigung bekommen. Nach dem Zusammenstoß ist Dreamer vor Schmerzen nur noch gestiegen, einige Wochen war nicht klar, ob er wieder reitbar werden würde oder nicht.
Aus seinem Hüftknochen hat es ein Stück herausgeschlagen, er hat heute noch eine kleine Delle im Knochen. Ein riesen Problem seitdem hat er mit dem ISG / Hüfte. Er ging sehr lange lahm. Abgesehen von den körperlichen Schäden ging es auch sehr auf die Psyche, ein halbes Jahr hat er nur verweigert und ist seitdem ein extrem schwieriges Pferd beim Springen.

Irgendwann 2016 hatte er einen weiteren Sturz auf der Koppel, bei der es ihm im vollen Galopp die Beine weggezogen hat. Danach ging er wieder schlechter.

Und nun das aktuelle Thema, vor knapp drei Wochen ist uns jemand auf der Autobahn in den Pferdehänger gefahren. Während Bulgari gut davon gekommen ist, geht Dreamer seitdem fast schlechter als es nach dem Abreiteplatz der Fall war… gerade wo die Probleme mit dem ISG und allem besser wurden und wir uns einem relativ normalen Zustand annäherten, passierte das und machte alles wieder extrem schlimm.
Wie ihr sehen könnt war nie lange Pause, andauernd ist wieder etwas passiert und hat uns zurückgeworfen. Vorallem dieser letzte Unfall war sehr schlimm für mich, denn seit dem ersten Sturz auf der Koppel, also seit etwa drei Jahren, arbeite ich daran, die Probleme in den Griff zu bekommen… seit drei Jahren geht es einen Schritt vor und zehn zurück. Dann, wenn es gut läuft und man das Gefühl hat, es geht endlich bergauf, kommt wieder ein neuer Unfall.

Es ist nicht so, dass Dreamer dadurch nicht mehr reitbar ist oder sonstiges. Doch abgesehen von der jahrelangen, harten Arbeit und Zeit, die wir investiert haben, habe ich eine wahnsinnige Angst vor den Folgeschäden im „Alter“.
Wieso reite ich mein Pferd so, wie ich es tue und gebe ihm alle Zeit der Welt? Um ihn so lange wie möglich gesund zu erhalten und reiten zu können. Siege würde ich anders wohl mehr erreichen, doch darum ging es mir nie. Ich möchte fair zum Pferd sein und ihn am liebsten mit fünfundzwanzig noch ein wenig reiten können, oder zumindest ein fittes, gesundes Pferd haben.
Doch wenn es so weitergeht kann ich mir vorstellen, dass bereits mit fünfzehn oder eben im normalen Alter Arthrose und sonstige Probleme auftreten werden… das ist eigentlich das Schlimmste für mich, neben dem „auf der Stelle treten“…

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