Vor etwa einer Woche habe ich Bulgaris Reithalfter ein wenig verändert und bin nun sehr zufrieden damit.
Zu Beginn hatte ich für ihn ein Englisches Reithalfter (Dreamers alte Trense), bestehend nur aus einem Nasenriemen (ohne Sperrriemen). Genau genommen war das mal ein kombiniertes Reithalfter, da es die Englischen fast nirgendwo gibt habe ich die Lasche für den Sperrriemen ganz einfach abgeschnitten – wie ich es bei allen meinen Trensen gemacht habe.

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Wer mich ein wenig kennt, weiß, dass ich kein Freund von Sperrriemen und eng verschnallten Nasenriemen bin. Den Grund werde ich euch bald  in einem  recht ausführlichen Beitrag erklären und versuchen, meine Ansichten (auch über Sporen, scharfe Gebisse, etc.) nachvollziehbar zu veranschaulichen.
Dreamer trägt immer noch einen (sehr locker verschnallten) Nasenriemen, da er unglaublich sensibel im Maul ist und auch häufig ein wenig sperrt, sogar am langen Zügel und bei sehr feiner Verbindung. Vermutlich wird das unter anderem durch seine Blockaden ausgelöst, aber man muss einfach dazu sagen, dass er ein wirklich sensibles und feines Pferd ist und die früher sehr harte Ausbildung es nicht besser gemacht hat. Sein Nasenriemen lässt das Sperren zu, bietet ab einem gewissen Punkt aber eine leichte Begrenzung. Ich möchte es schließlich nicht unterbinden, da das Aufsperren des Mauls nur ein Symptom und keine Ursache ist, sondern es auf andere Weise verbessern.  Bringt man nur einen Sperrriemen an, um das Aufsperren „besser zu machen“, könnte man ein Pferd eigentlich auch dopen, wenn es lahm geht – die Ursache ist zwar noch da, unter Schmerzmitteln würde man eine Lahmheit aber auch nicht mehr bemerken und es sähe „gut“ aus – das eigentliche Problem jedoch wird immer schlimmer. Ähnlich ist es bei dem (falschen) Gebrauch von Sperrriemen.

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Bulgari dagegen, welcher auch hart und eng geritten wurde und beim Kauf komplett abgestumpft im Maul war, sperrt überhaupt nicht. Leider kaut er dafür auch noch viel zu wenig ab, obwohl es immer besser wird. Unter seinem Nasenriemen passte fast meine gannze Faust, so locker war er und hing da immer nur rum. Was für einen Unterschied sollte es also machen, wenn er ganz weg gelassen wird?
Gar keinen. Unnötiges kann man weg lassen und das habe ich bei dem Kleinen getan – er läuft nach wie vor sehr zufrieden damit. Ich finde, ein Pferd braucht ein wenig Freiheit und sollte diese auch immer beim Reiten merken – hat ein Pferd nie gelernt, zeigen zu dürfen wenn z.B. etwas weh tut oder nicht passt, sondern wurde genau genommen immer „unterdrückt“, dann muss es das neu lernen. Ebenso muss Bulgari lernen, dass er sich ausdrücken darf – er darf erschrecken, er darf sein Maul aufsperren wenn etwas weh tut, er muss noch nicht dauerhaft in einer bestimmten Haltung laufen, sondern darf seinen Kopf auch mal kurz nach oben weg drücken oder darf sich zwischendurch dehnen.
Er ist vier Jahre alt und gerade in diesem Alter sollte man nichts erzwingen sondern so leicht und fein mit den Pferden arbeiten, da man die komplette darauffolgende Ausbildung auf dieser Arbeit aufbauen muss.

So wird seine Trense nun erst einmal bleiben und ich muss seine Entwicklung abwarten, für die Turniere brauchen wir dann natürlich einen Nasenriemen, aber mit ihm sind erst Ende nächsten Jahres ein oder zwei geplant, es ist also noch viel Zeit bis dahin.