Bulgaris Ausbildung

22

August 2018

Bulgari ist nun 6 Jahre alt – für andere heißt das, er sollte schon länsgt mindestens auf A Niveau Turniere laufen. Für mich heißt das, er wird langsam erwachsener und reifer. Vierjährig habe ich ihn bekommen, woraufhin ich ihn langsam abtrainiert habe.
Für mich ist es nicht unbeding der beste Weg, ein voll im Training stehendes Pferd plötzlich komplett stehen zu lassen. Daher haben wir immer weniger gearbeitet, bis er über den Winter Zeit bekommen hat. Nach wenigen Wochen nach dieser Pause sah er auf einen Schlag aus wie ein Jährling – er hatte die Möglichkeit, wieder ein Kind sein  zu dürfen. Mental genauso wie körperlich.
Beginn des nächsten Jahres haben wir dann vorsichtig angefangen und sind in der Saison sogar ein Turnier geritten – für mich persönlich recht erfolgreich, denn wir konnten genau sehen woran gearbeitet werden muss und er hat bewiesen, dass er ein grandioser Sportpartner werden kann, wenn man ihm nur die nötige Zeit lässt und mit viel Gefühl an seine Ausbildung heran geht.
Doch auch zu dem Zeitpunkt war er nicht voll im Training und hat noch viel Zeit bekommen.
Nun arbeiten wir seit meinem Abitur, also etwa seit Mai, an allen wichtigen Grundlagen.

Wir haben zuerst frei gearbeitet, vom Boden aus, wobei er Muskulatur aufbauen konnte und wir gleichzeitig eine bessere Verbindung bekommen konnten. Danach habe ich ihn an das Reitpad gewöhnt und an das Aufsteigen. Was mir die letzten Jahre nicht aufgefallen ist: Bulgari hat Panik, wenn ein Reiter auf seinen Rücken steigen will und so gerne er einen auch hat, herrscht dann riesiges Misstrauen. Wie konnte mir das entgehen?
Wie üblich, wenn ein Pferd unruhig steht, wurde er eben festgehalten. Natürlich muss man hier unterscheiden ob ein Pferd wirklich Angst hat oder einen Testen möchte, letzteres trifft bei ihm aber in der Situation defintiv nicht zu.
Also habe ich ihn nach/ bei der Freiarbeit wieder und wieder an die Aufstiegshilfe geführt. Bin darauf gestiegen und habe ihn erstmal gestreichelt, gelobt, ohne Aufzusteigen. Jedes Mal drehte er panisch seinen Kopf zu einem, um zu sehen was geschieht und um den Menschen vom Aufsteigen hindern zu können.
Mit der Zeit wurde es besser. Pferde sollten auch eine Wahl bei allem haben, was wir mit ihnen machen. Sie müssen uns zeigen können und dürfen, wie es ihnen dabei geht. Ob sie unsicher sind, Angst haben, ob es ihnen weh tut. Wenn wir diese Meinung jedes Mal wieder übergehen, wird das Vertrauen Stück für Stück zerstört.
Meine Pferde haben gelernt (und sollen noch lernen), wie sie mir ihre Meinung zeigen dürfen. Nicht durch steigen oder buckeln, sondern durch kleine Anzeichen, die ich dann auch beachte. Bei Dreamer hat das funktioniert und auch bei Bulgari wird es langsam.
Mit der Zeit wurde es besser und ich bin immer wieder aufgestiegen – mit Pad oder teils ohne und nur mit Halsring, damit er vorne keine Begrenzung hat. Ohne Hilfe eines anderen, der ihn hält.
Und dann wurde es besser, er bekam mehr Vertrauen und merkte, dass Aufsteigen nicht gleich Arbeit oder Schmerz bedeutet. Dass er auch mit Reiter auf dem Rücken frei sein kann, Entscheidungen treffen darf und Spaß haben  kann.

Mich hat diese Erfahrung selbst weiter gebracht, denn nur durch die Freiarbeit mit ihm habe ich das Problem erst erkannt. Nach seinem Kauf habe ich viel Zeit darin investiert, ihn neu an den Sattel zu gewöhnen. Sobald er auf seinem Rücken lag, ging er klemmig und fest, als könnte er sich damit nicht mehr normal bewegen. Doch nicht nur daran hätte ich arbeiten sollen, sondern auch an allen weiteren Schwierigkeiten die damit zusammen hingen.

Erst als er mehr Vertrauen zum Aufsteigen bekommen hat, habe ich wieder normal mit ihm zu arbeiten begonnen.
Für dieses Jahr ist mein Plan, alle Basics zu erarbeiten und zu festigen. Für mich sind das hauptsächlich alle Seitengänge – Schulterherein klappt im Schritt schon sehr gut, auch im Trab wird es. Am Renvers und Travers, sowie Kurzkehrt und dem Schenkelweichen arbeiten wir noch.
Was ich an Bulgari merke ist, dass er sich langsam auch unter dem Sattel wie ein richtiges Pferd anfühlt. Er kann geradeaus gehen, ohne zu schwanken. Oder Volten und enge Wendungen ohne Probleme laufen.
Wenn dieses Jahr vor der Winterpause alle Seitengänge und wichtigen Übungen sitzen, müssen wir nächstes Jahr nicht mehr bei Null beginnen, sondern können ganz einfach nach dem Muskelaufbau wieder weiter machen und dann auch direkt besser in die Saison starten.

Was das Springen betrifft, möchte ich auch dieses Jahr noch an einigen Grundlagen arbeiten. Dass er ruhig und ohne Hektik über Sprünge geht und sich ein wenig regulieren lässt. Dann wird er nächstes Jahr bereit sein für die ersten richtigen Turniere und die weitere Ausbildung – da bin ich mir sicher. Der Weg, den wir gegangen sind, war und ist perfekt für Bulgari.

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1 Kommentar

  1. Sandra

    Richtig cooler Blog und ein tolles Pferd hast du 🙂 … vielleicht könnte man noch etwas mehr Bilder einbauen.

    Antworten

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