Abi – und dann?

16

November 2017

Wie ihr vielleicht wisst, besuche ich derzeit eine Fachoberschule, auf der man sowohl das Fachabi als auch das allgemeine Abitur machen kann. Zuvor war ich von Beginn an auf dem Gymi, bin zweimal durchgefallen und habe meinen (plötzlich sehr guten) Abschluss schließlich auf der Realschule gemacht. Auf der FOS hat man die Möglichkeit, eine zweite Chance zu bekommen, wenn es zum Beispiel auf dem Gymi nicht gereicht hat.
Im Mai schreibe ich mein Abitur – doch wie geht es dann weiter?

Ganz genau weiß ich es noch nicht. Eigentlich würde ich  gerne das allgemeine Abitur machen, andererseits wird es mir für meinen geplanten Weg nicht viel bringen und würde lediglich als Absicherung dienen. Um ehrlich zu sein habe ich mittlerweile auch wirklich keine Lust mehr auf Schule, obwohl mir sehr wohl klar ist, dass die Arbeitswelt deutlich härter und anstrengender wird. Stundenlang rumsitzen packe ich aber einfach nicht, das war noch nie meins und wird es auch nie sein.

Fest steht, dass ich mit Pferden arbeiten möchte. Der Fokus wird dabei auf Beritt liegen, zusätzlich werde ich Unterricht und Kurse geben. Für 2018 bin ich ja derzeit schon ein wenig an der Planung dran, um nach dem Abi mal loslegen zu können.
Da es für unsere Reitweise schwierig ist, eine Ausbildung zu finden, werde ich mich selbstständig machen müssen. Zwar möchte ich mindestens den Trainer C als Nachweis machen, doch mehr wahrscheinlich nicht. Für mich persönlich ist das kein Problem, denn meine Trainer haben teilweise selbst keine spezielle Ausbildung oder einen Schein vorzuweisen. Oft können diejenigen ohne Nachweis deutlich besser unterrichten, als jemand mit einer tollen Auszeichnung – ein Stück Papier beweist nichts. Klar werde ich mich weiter fortbilden, für nächstes Jahr ist auch öfter eigener Unterricht geplant, aber mehr als den Trainer C brauche ich für mich selbst nicht.
Ebenso geplant habe ich entweder eine Ausbildung als Pferdeosteopath, und / oder einen Nebenjob wo anders, zum Beispiel im Büro. Das wäre dann natürlich nicht Vollzeit, aber ich habe noch keinen genauen Plan.

Wie genau ich alles angehen werde, weiß ich wirklich noch nicht. Der Weg als Schüler direkt in die Selbstständigkeit erscheint mir so surreal und wie eine riesige Klippe zwischen mir und meiner Zukunft. Ich habe Angst vor diesem Schritt und bekomme ständig Panik, wenn ich nur daran denke. So bin ich eben -mit meiner  Angst vor Veränderung und der Zukunft.

Ein reiner Bürojob wäre nie etwas für mich und ich muss gestehen, dass ich nicht viel mehr habe, als die Pferde. Ohne diese Möglichkeit wäre ich wohl aufgeschmissen, weil ich niemals wüsste, was mir ein ganzes Leben lang einigermaßen Spaß machen könnte.
Spaß im Job ist für mich nämlich ganz klar wichtiger, als ein Vermögen damit zu machen. Wenn ich auf mein Leben zurückblicke, möchte ich grundsätzlich schöne Jahre erlebt haben. In unseren Berufen sitzen wir nun Mal fast unser gesamtes Leben fest und diese Zeit möchte ich weder verschwenden, noch eines Tages bereuen müssen! Lediglich die Finanzierung meiner Pferde wird natürlich wichtig, und dafür muss man schon gut verdienen, aber wo ein Wille, da ein Weg.

Direkt nach dem Abi werde ich wohl erst einmal nebenbei etwas arbeiten und vielleicht auch ein paar längere Reisen machen, zum Beispiel in die USA (auf eine Ranch) und nach Spanien zum Arbeiten mit jungen und schwierigen Pferden.  Dort kann ich Erfahrungen für mich selbst und meine Arbeit machen und ich denke, es wäre ein wichtiger Prozess für mich. Ich weiß, dass es schwierig für mich sein wird, mich abzukoppeln von meinem gewohnten Leben – und wenn es nur ein oder zwei Monate sind. Von meinen Pferden, Zuhause, und den Menschen die ich mag. Doch grundsätzlich bin ich da relativ flexibel, wenn ich selbstständig werde, da ich nicht noch schnell meine Gelegenheit für eine Reise ergreifen muss, bevor meine Arbeit beginnt.
In meinem Leben möchte ich etwas erleben, viel sehen, viele Erfahrungen mit Pferden machen. Gerne auch in anderen Ländern.
Mein Traum wäre es, eines Tages einen eigenen (richtigen) Stall zu besitzen, in dem ich dann auch mehrere Berittpferde nehmen kann, eine Reithalle habe, so dass ich im Winter arbeiten kann.

Abgesehen davon – wer weiß, wie sich mein Blog und YouTube weiter entwickelt. Geplant war das nie und ich würde das wohl auch nicht hauptberuflich machen wollen, aber man kann ja nie wissen, wie es da mal aussieht und ob das vielleicht sogar auch ein Teil des Berufes werden könnte. Das lasse ich aber auf mich zukommen, immerhin mache ich es, weil es mir Spaß macht.
Wohin uns das Leben am Ende verschlägt, können wir wohl letztendlich eh nie wissen. Ich habe so viele Träume, dass ich sicherlich niemals alle davon verfolgen kann, aber ich freue mich auf die Zeit nach der Schule, auch wenn ich Angst davor habe.
Ich weiß, dass meine Eltern und Freunde immer hinter mir stehen, egal was ich mache. Selbst wenn es so verrückte Pläne sind, wie ich sie habe. Ich werde immer unterstützt und darüber bin ich sehr froh!

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3 Kommentare

  1. Lara

    Versteh dich vollkommen! Bin zwar erst in der 9. aber ich merke immer mehr wie wenig das was für mich ist. Dieses rumsitzen und gleichzeitig nichts tun zerbricht mir irgendwie das Herz. Auch ich mache das Abi nur um am Ende abgesichert zu sein, denn umso mehr ich über das spätere Leben nachdenke umso mehr möchte ich wie du in die Richtung Pferde gehen. Es ist irgendwie so schwierig, weil man auf der einen Seite sein Geld verdienen muss das für alle möglichen Tiere reicht die man will 🙂 aber auf der anderen Seite will man sich ja selber auch mal was gutes tun. Für mich z.B. ist es jetzt schon relativ sicher, dass ich nicht in Österreich bleibe…
    Bin gespannt was die Zukunft für uns bringt!
    Lg Lara
    PS: Finde es gut dass du dir auch Plan B und C (kleiner Büronebenjob) zurechtlegst!

    Antworten
  2. Sophie

    Du sprichst mir aus der Seele! Ich bin jetzt in der 11. und ich muss ehrlich sagen, ich hab auch noch nicht wirklich nen Plan was ich später mal machen möchte. Ich möchte ebenfalls etwas mit Pferden machen und gerne auch in Richtung Pferdeosteopathie. Doch davon sind meine Eltern nicht so begeistert, da es ja ein Job ist, in welchem man selbstständig arbeitet und es kann ja sein, dass man diesen Schritt nicht packt…
    Aber deine Pläne klingen ja schon ganz gut, ich hoffe, dass das alles so läuft wie du dir das vorstellst 🙂

    Ganz liebe Grüße von Sophie 🙂

    Antworten
  3. Lisa

    Hallo Teresa,

    ich finde dein persönlicher und beruflicher Weg klingt sehr gut. Bitte lass dir von niemanden einreden er wäre nicht „sicher“ genug! Denn was ist schon sicher? Berufe die dir mehr Sicherheit versprechen, sind womöglich welche die dich auf Dauer nicht glücklich machen. Hör auf deine innere Stimme!!

    PS: ich glaube Menschen wie du verändern die Welt zu einem besseren Ort!

    Viele Grüße aus Hannover in Niedersachsen

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