Der Winter dauert uns einfach viel zu lange und ich vermisse den Turniersport schon sehr.
Das frühe Aufstehen, der viele Aufwand, der Streß, und wofür das Ganze? Um am Ende ein bis zwei Minuten zu reiten. Aber gut, das ist es mir auf jeden Fall wert und ich freue mich schon wieder unglaublich auf unsere ersten Turniere, gerade weil die letzte Saison fantastisch beendet wurde und es besser nicht hätte laufen können.
Immerhin haben wir unser letztes Turnier in Kreuth mit einem Sieg abgeschlossen – gleichzeitig unser erster Sieg, in unserem ersten Zeitspringen!
Eine gute Grundlage für das nächste Jahr ist also da und ich hoffe, bald auch wieder mit dem Training anfangen zu können. Die Spring- und Reitpause schadet den Pferden sicher nicht und ermöglicht einen „Neustart“, auch wenn es gleichzeitig viel Arbeit wird, die Muskulatur wieder aufzubauen. Dank dem rutschigen und glatten Boden steht Dreamer nun fast durchgehend seit dem neuen Jahr.
Bisher habe ich noch keine konkreten Termine geplant, an welchen ich Turniere reite – jedoch habe ich mir natürlich im Kopf behalten, wann ich dieses Jahr auf welchen Plätzen wieder reiten möchte. Meine Liste ist groß und sobald ich die genauen Termine habe, werde ich alle mal online stellen.
Nach Kreuth werde ich dieses Mal vermutlich zwei Mal für ein paar Tage fahren und wie es die anderen Termine zulassen auch am Wochenende mal.

Die Turniere geben mir so viel und sind ein großer Teil meines Lebens geworden, welchen ich mir nicht mehr wegdenken kann. Zwar ist es jedes Mal erneut mühsam, anstrengend und raubt mir jede Freizeit, ich normal noch hätte. Doch dafür lohnt es sich immer.
Dieses Jahr wird vermutlich auch Bulgari gegen Ende der Saison seine ersten Turniere gehen, hier kommt es aber darauf an, wie er sich entwickelt.
So wie  er im Moment noch aussieht würde ich ihn derzeit nicht mehr in einer Prüfung reiten, das bedeutet ich muss abwarten, wie stark er sich entwickelt. Auf jeden Fall möchte ich ihn aber in mindestens einem E Stilspringen reiten, von dem ich weiß, dass es fair und nicht zu hoch gebaut ist. So lange alle Begebenheiten passen, das heißt der Platz und die Umgebung vom Turnier gut ist, möchte ich ihn ein Mal mitnehmen.
Was ich mir gut vorstellen könnte, ist das Turnier in Kirchstockach, in dem ich mit Dreamer in einem E Stilspringen meinen ersten 2. Platz gemacht habe. Zumindest letztes Jahr war die Prüfung sehr nett gebaut.

Reiten Pferd Turniersport
Wieso ich Bulgari einmal auf dem Turnier vorstellen will, hat ganz einfach den Grund, dass ich dann besser feststellen kann, woran wir noch mehr arbeiten müssen. Turniere sind Rückmeldungen und gerade mit einem jungen Pferd kann es mir sehr dabei helfen, gewisse Schwachpunkte noch mehr zu erkennen und daran arbeiten zu können.
Zwar gab es teilweise auch sehr negative Kritik diesbezüglich – weshalb ich ein Pferd, das „so“ aussieht, schon springe (wenn auch nur ganz selten mal 30 cm und nicht höher) und auf Turniere mitnehmen möchte.
Was jedoch niemand sieht ist, dass dieses Pferd 3 Jährig eingeritten wurde, schon auf drei oder vier Eignungsprüfungen (wo man auch einen kleinen Parcours springen musste) vorgestellt wurde. Am vorherigen Stall wurde er nicht nur 2-4 Mal die Woche für etwa 20-30 Minuten geritten, sondern „ordentlich“ trainiert und auch regelmäßig auf E Höhe gesprungen.
Was also ist so wahnsinnig schlimm von mir, ihn jetzt auf einem sehr viel niedrigeren Level zu trainieren? Ich selbst kann mir dabei nichts erklären, weil es für mich eine große Verbesserung für das Pferd ist und ich schließlich auf ihn Rücksicht nehme.
Je nach Entwicklung werde ich auch dieses Jahr noch nicht sehr viel mehr mit ihm arbeiten, obwohl er 5 wird. Bedenkt man, dass einige 5 Jährige schon M springen müssen, finde ich das doch sehr fair im Vergleich.

Dreamer wird eben dieses Jahr noch einmal E und A gehen, damit wir eine konstantere Leistung abliefern und eine gewisse Routine und Sicherheit reinkommt. Seit dem Unfall vor nun über einem Jahr hat es letzte Saison mal super geklappt, mal sehr sehr schlecht. Es macht keinen Sinn, so direkt ins L einzusteigen – auch wenn viele ja meinen ich bin ja schon „so alt“ (bedenkt man, dass ich erst seit ich Dreamer habe, also seit etwa 2 Jahren, springe, sollte man es anders sehen können) und auch Dreamer wird ja dieses Jahr schon 8 Jahre alt. Aber Potenzial verschwindet nicht und was bringt es mir, ein unsicheres L zu springen? Lieber bekomme ich so mehr Sicherheit und muss vorallem sehr viel an meinem Auge arbeiten, damit ich besser zu den Sprüngen reite.
Nächstes Jahr möchte ich dann ins L, wenn die Umstände es erlauben.

Ich freue mich also schon wahnsinnig auf die ersten Turniere und bin sehr gespannt, wie diese Saison läuft – ein paar Schleifen erhoffe ich mir aber.